Mischfonds flexibel Qualitäts-Transfer in der Liste unserer Fondsklassiker

Peter Dreide: Der TBF-Mitgründer verantwortet den Mischfonds TBF Global Income. | © TBF

Peter Dreide: Der TBF-Mitgründer verantwortet den Mischfonds TBF Global Income. Foto: TBF

Starcapital Winbonds Plus vor M&G Optimal Income vor TBF Global Income – so Mitte Dezember 2018 die Reihenfolge der besten weltweit anlegenden defensiven Mischfonds über zehn Jahre. Zwei der drei Spitzenfonds gehören bereits seit Langem zu den Fondsklassikern von DAS INVESTMENT. Nun kommt mit dem TBF Global Income der dritte hinzu.

Dass den in der ältesten Anteilsklasse bereits Anfang 1998 aufgelegten Fonds bislang kaum jemand kennt, hat einen simplen Grund: Er trägt diesen Namen erst seit Ende November vergangenen Jahres. Die bisherige Bezeichnung 4Q Income dürfte manchem Anleger deutlich geläufiger sein – unter anderem als einer der aktuellen Crashtest-Sieger in seiner Vergleichsgruppe.

„Wir haben die Erfahrung gemacht, dass in der Wahrnehmung vieler Anleger der Transfer zwischen 4Q und TBF Global Asset Management nicht auf Anhieb gelungen ist“, sagt Dirk Zabel, für das Marketing verantwortlicher Geschäftsführer bei TBF. Durch die Namensänderung sieht nun jeder sofort, dass hinter den Erfolgen der bisherigen 4Q-Fonds die in Singen am Bodensee ansässige Vermögensverwaltungsgesellschaft steht.

Maximal 25 Prozent Aktien 

Zu den Mitgründern von TBF gehört Peter Dreide, der neben anderen Fonds der Gruppe auch den TBF Global Income managt. Dabei hat er bei der Aktienquote vergleichsweise wenig Spielraum: Bei 25 Prozent ist Schluss.

Deutlich offensiver ist Dreide dagegen bei Unternehmensanleihen unterwegs. Dort kauft er bevorzugt Titel von Firmen, bei denen er in absehbarer Zeit ein besseres Rating, Anleihe-Rückkäufe oder ein Übernahmeangebot erwartet. Kernregionen sind dabei wie auf der Aktienseite Nordamerika, Europa und Japan.

Zwei alte und ein neuer Klassiker

                                      Quelle: Morningstar

Eine wichtige Rolle bei der Risikosteuerung des Portfolios spielt der von Dreide entwickelte Q-Faktor. „Das ist ein synthetischer Index, den wir in das eigene Handelssystem integriert haben“, erläutert Dreide. Anhand quantitativer und qualitativer Faktoren erhält er so Signale, die antizyklisch Einfluss auf den Investitionsgrad und die Gewichtung einzelner Titel nehmen.

Recht hoher Dollar-Anteil 

Auffällig ist der meist recht hohe Dollar-Anteil des Portfolios, wobei Dreide Fremdwährungen grundsätzlich absichert. „Bei Unternehmensanleihen bietet der US-Markt einfach eine größere Auswahl“, begründet der TBF-Manager. Angesichts der jüngsten Zinssteigerungen in den USA und der vergleichsweise hohen Absicherungskosten hat er jedoch im vergangenen Jahr begonnen, sich stärker Richtung Europa zu orientieren. US-Staatsanleihen nutzt er nach dem jüngsten Renditesprung über die 3-Prozent-Marke als taktische Beimischung.

Rund 35 Aktien-Einzeltitel

Auf der Aktienseite streut Dreide das Vermögen breit auf rund 35 Einzeltitel. Hinzu kommen hauseigene Aktienfonds wie der TBF Smart Power oder der Long-short-Fonds TBF Attila Global Opportunity. Ähnlich wie auf der Anleihe-Seite liegt der Fokus auf Unternehmen in strukturellen Veränderungsprozessen oder auf langfristigen Trends wie Prozessautomatisierung, Künstliche Intelligenz, Autonomes Fahren oder dem Aus- und Umbau der Energie-Infrastruktur. Auf Sicht der vergangenen drei Jahre erzielte Dreide zum Stichtag 10. Dezember 2018 einen Wertzuwachs von 10,8 Prozent – womit er den Starcapital Winbonds Plus und den M&G Optimal Income hinter sich lässt.

Wie immer, wenn ein Fonds neu zu den Klassikern von DAS INVESTMENT hinzustößt, muss ein anderer die illustre Runde verlassen. In diesem Fall ist es der C-Quadrat Arts Total Return Global AMI, der von Mitte Dezember 2015 an gerechnet mit 2,2 Prozent im Minus liegt und seiner Vergleichsgruppe (Mischfonds Global Flexibel) auch über zehn Jahre hinterherhinkt.