Guillaume Rouvier, Gründer der Pariser Investmentboutique Rouvier Associés

Guillaume Rouvier, Gründer der Pariser Investmentboutique Rouvier Associés

Mischfonds Rouvier Patrimoine im Porträt

„Wir wollen eine Rendite von drei bis sechs Prozent erzielen“

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In Frankreich steht der wohlklingende Begriff Patrimoine nicht nur für Vermögen, das Wort ist auch ein Synomym für Kapital und Erbe. Dies zu schützen und somit zu erhalten ist das Ziel der Manager des Rouvier Patrimoine (ISIN FR0000401366).

„Wir wollen mit dem Fonds jährlich eine Performance von drei bis sechs Prozent bei einer möglichst niedrigen Volatilität erzielen“, definiert Guillaume Rouvier, Gründer der Pariser Investmentboutique Rouvier Associés das Anlageziel des 1991 aufgelegten Fonds. Im langfristigen Vergleich hat er dieses Ziel auch erfüllt, wie ein Blick auf die Performance-Statistik zeigt.

So erzielte der Patrimoine über zehn Jahre im Schnitt ein Plus von 4,27 Prozent, über fünf Jahre legte er um durchschnittlich 4,81 Prozent zu und über drei Jahre waren es 7,01 Prozent per anno. In diesen Zeiträumen gehört der Fonds zu den besten 20 Prozent seiner Vergleichsgruppe (siehe auch Fonds-Crashtest „Die besten defensiven globalen Mischfonds“ vor einer Woche).

Schlechter lief es allerdings in den letzten Monaten: Seit Jahresbeginn beträgt das Plus lediglich 1,81 Prozent. „Wir sind seit Anfang des Jahres sehr vorsichtig positioniert, zudem hat sich das Fondsvolumen auf nunmehr rund 260 Millionen Euro nahezu verdoppelt. Wir meiden derzeit Währungswetten, High-Yield-Anleihen und lange Durationen, um gegen steigende Zinsen gewappnet zu sein“, erläutert Rouvier.

Diese Vorsicht habe bislang die Performance belastet, doch das Jahr sei noch nicht vorbei. „Wir sind zuversichtlich, dass wir für 2014 unseren Zielkorridor erreichen werden“, zeigt sich Rouvier optimistisch.

Hochwertige Titel im Fokus

Grundsätzlich investiert Rouvier mit seinem zehnköpfigen Team mindestens 70 Prozent des Fondsvermögens in auf Euro lautende Anleihen guter bis sehr guter Qualität („Investment Grade“: Rating-Noten AAA bis BBB), aktuell stecken 71 Prozent des Portfolios in Rentenpapieren mit einer Laufzeit von durchschnittlich 1,4 Jahren.

Auf der Aktienseite agiert das Team nach dem Quality- und Value-Ansatz und bevorzugt Unternehmen mit stabilen Geschäftsmodellen und attraktiven Dividenden.

Bei der Titelauswahl spielt das Investment-Tempo eine wichtige Rolle: „Es beschreibt das Performance-Potenzial einer Aktie innerhalb eines Wirtschaftszyklus. Es besteht zum einen aus dem Markt-Tempo, das die aktuelle Über- oder Unterbewertung im Vergleich zur fairen Bewertung widerspiegelt und das wir berücksichtigen, indem wir ausschließlich Aktien kaufen, die mit mindestens 20 Prozent Kursabschlag zum fairen Wert gehandelt werden. Die zweite Komponente ist das intrinsische Tempo, das das strukturelle jährliche Wachstumspotenzial eines Unternehmens bezeichnet, welches innerhalb eines Wirtschaftszyklus erzielt wird. Diese innere Wachstumsgeschwindigkeit muss bei mindestens 14 Prozent jährlich liegen“, beschreibt Rouvier das Auswahlkonzept.

Aktuell gehören unter anderem Roche und IBM zum Portfolio, die Gewichtung von Bureau Veritas und Société Générale wurden erhöht. Im Gegenzug hat das Team das Engagement in Danone, Givaudan und Intel reduziert.

Den Spielraum bei der Gewichtung der Assetklassen nutzt das Team voll aus: „Wir haben beispielsweise 2008 die Aktienquote auf null gesenkt und konnten die Quote zu äußerst günstigen Kursen im ersten Quartal 2009 wieder auf 30 Prozent aufstocken und hohe Erträge für unsere Anleger einstreichen“, so Rouvier.

Für den Fall eines Crashs an den Börsen hält Rouvier genügend Pulver trocken: „Wir halten aktuell acht Prozent Kasse, die wir für günstige Kaufgelegenheiten nutzen wollen.“ Seine vorsichtige Haltung begründet Rouvier mit der angespannten Lage an den Zinsmärkten: „Ein Schock auf den überbewerteten Rentenmärkten würde zu einem Gegenschock auf dem Aktienmarkt führen.“

Diese vorsichtige Haltung kam Anlegern auch in der Vergangenheit zugute: In den vergangenen drei Jahren verlor der Fonds niemals mehr als 4,2 Prozent an Wert, die jährliche Schwankungsbreite betrug in diesem Zeitraum gerade einmal 3,4 Prozent (siehe auch Ergebnisse der Test-Kategorie „Stresstest“ im Fonds-Crashtest „Die besten defensiven globalen Mischfonds“ vor einer Woche).

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