Patrice Gautry (links) und Alan Mudie, beide UBP

Patrice Gautry (links) und Alan Mudie, beide UBP

Mit Hochzinsanleihen und Gold durchs Wachstumstal

//
2011 stand im Zeichen des "Schwarzen Schwans", eines dieser von Natur aus wenig wahrscheinlichen Phänomene, die aber die Weltwirtschaft stark beeinflussen.

Welche Schwarzen Schwäne sind 2012 denkbar? Eine von den Zentralbanken außer Kontrolle geratene Inflation als Konsequenz maßloser Monetisierung der öffentlichen Schulden? Oder ein Wachstum in Europa, das 1,2 Prozent übersteigt - ein positives Szenario, das allerdings gegenwärtig kein Analyst zu äußern wagt?

Das Ende eines Zyklus

Patrice Gautry, Chefökonom der Union Bancaire Privée (UBP), kommt in seiner makroökonomischen Analyse zum Schluss, dass das Ende eines Wirtschaftszyklus erreicht ist. Während bisher das Wachstum in den westlichen Volkswirtschaften stark genug war, um eine übermäßige Verschuldung zu kompensieren, durch die es vorerst stimuliert wurde, ist die Diagnose heute ernüchternd.

Der angehäufte Schuldenberg - ob in öffentlichen oder privaten Händen - muss reduziert werden. Die rasche Abfolge zahlreicher europäischer Gipfeltreffen und die politischen sowie wirtschaftlichen Risiken belegen die Notwendigkeit, wieder vermehrt zu sparen und zu einem ausgeglichenen Wachstum zurückzukehren. Dies bedeutet mehr Investitionen bei weniger Konsum und einen Abbau der Handelsungleichgewichte.

In den kommenden Jahren stehen die Staaten und die Zentralbanken zwei großen Herausforderungen gegenüber. Erstens, die geplanten Sparprogramme zur Beruhigung der Märkte umzusetzen, ohne eine neue schwerwiegende Rezession auszulösen. Zweitens, die Schuldenlast durch höhere Inflation zu senken, ohne dass letztere außer Kontrolle gerät.

Gold als ultimativer Zufluchtswert

Alan Mudie, Investmentchef der UBP, ist der Auffassung, dass klassische Portfoliotheorien, die auf der Existenz risikofreier Anlagen basieren, heute nicht mehr gelten. Statt sich an herkömmlichen Modellen zu orientieren, bevorzugt die Bank daher eine pragmatische Umsetzung ihrer Überzeugungen.

Staatsanleihen galten bislang als risikofreie Anlagen, was nicht mehr der Fall ist. Daher wird die UBP weiterhin erstklassige Unternehmensanleihen außerhalb des Finanzsektors bevorzugen.

Für Investoren, die nach höheren Renditen suchen, bieten Hochzinsanleihen angesichts robuster Unternehmensbilanzen selbst in einem Umfeld mit niedrigem Wachstum interessante Perspektiven.

Seit mehreren Jahren baut die Bank ihre Expertise in Goldanlagen aus, eine mittlerweile unverzichtbare Achse im Investmentgeschäft. Alan Mudie erinnert daran, dass sich UBPs Überzeugung im Blick auf das Potenzial von Goldanlagen für ihre Kunden bisher ausgezahlt hat.

Im gegenwärtigen Umfeld ist Gold der einzige Vermögenswert, der es ermöglichen wird, die kommenden Turbulenzen durchzustehen. Es bildet die beste Absicherung gegen geldpolitisches Chaos und Währungsentwertung. Die Bank zieht gegenwärtig den Kapitalschutz dem Kapitalgewinn vor.


Zur UBP: Union Bancaire Privée ist eine der größten Privatbanken der Schweiz. Ihr Kerngeschäft ist die Vermögensverwaltung für private und institutionelle Kunden. Sie hat ihren Hauptsitz in Genf und beschäftigt 1.200 Mitarbeiter in weltweit über 20 Geschäftsstellen. Die Bank betreut ein Kundenvermögen von rund 60 Milliarden Schweizer Franken (48,8 Milliarden Euro).

Mehr zum Thema
Christoph Bruns: „Gold hat keinen Wert“ Anleihestrategien müssen flexibler werden M&G-Manager über Hochzinsanleihen: „Die Risiken werden sehr gut bezahlt“