Stolls Fondstrends Mit Qualitätsunternehmen durch turbulente Börsenzeiten
Qualität günstig einkaufen: Ninety One GSF – Global Franchise Fund
Auf solche Unternehmen hat es Clyde Roussow abgesehen. Sein Arbeitgeber ist die 1991 in Südafrika gegründete Fondsgesellschaft Ninety-One (ehemals Investec). Für den Ninety One Global Franchise Fund sucht Roussow nach Qualitätsunternehmen, die über starke Marken und dominante Wettbewerbspositionen verfügen und andererseits möglichst wenig von der Konjunktur abhängig sind.
Während andere Investoren im derzeitigen Umfeld Aktien von Rohstoffgesellschaften favorisieren, ist das für den studierten Mathematiker keine Option. „Unternehmen mit marktbeherrschenden Marken sind gut positioniert, um die Risiken in Inflationsphasen besser zu meistern als kapitalintensive Unternehmen von geringer Qualität, wie jene im Energie- und Rohstoffsektor. Derartige Firmen mit hohen Fixkosten dürften in inflationären Zeiten längerfristig Probleme bekommen. Dies liegt daran, dass sie einen erheblichen Reinvestitionsbedarf haben, um ihre Sachanlagen wie Gebäude und Maschinen instand zu halten. Die Investitionsausgaben fressen unweigerlich ihren Cashflow auf“, so Roussow.
Ein weiterer Vorteil von Qualitätsunternehmen mit ihren typischerweise solideren Bilanzen bestünde darin, dass sie bei steigenden Zinsen weniger von höheren Finanzierungskosten betroffen sind und sogar direkt von höheren Zinsen profitieren werden, wenn sie über Nettobarmittel in ihrer Bilanz verfügten. Bei der Suche nach entsprechenden Aktien ist der Manager sehr wählerisch. Ins Portfolio des High-Conviction-Fonds schaffen es maximal 40 Unternehmen. Aktuell ist der Bestand sehr übersichtlich. Nur 26 Firmen sind im Fondsbestand. Die Top-3-Positionen Visa (8,6 Prozent), ASML (6 Prozent) und Microsoft (5,9 Prozent) bringen zusammen mehr als 20 Prozent auf die Waage. Zu den Top-Werten des 8 Milliarden Euro schweren Tankers gehört auch das Reiseportal Booking Holdings (5 Prozent).
Das Ende der pandemiebedingten Reisebeschränkungen und die wiedergewonnene Reisefreiheit führen aktuell zu einem regelrechten Reiseboom. Allein in Deutschland stieg die Zahl der Übernachtungen im März auf einen Rekordwert von 25,1 Millionen. Das sind rund dreimal so viele als ein Jahr zuvor. Davon profitieren Reisekonzerne wie Booking Holdings. Der Onlineanbieter unterhält insgesamt zehn Internetplattformen, bei denen Reiselustige Hotelzimmer und Flüge buchen oder Autos mieten können. Die Aktie der Online-Plattform war während der Dotcom-Blase um 98 Prozent abgestürzt. Wer die gebeutelten Papiere 2003 kaufte, konnte sein Vermögen im Anschluss verzweihundertfachen.
„Unsere Portfoliounternehmen haben viel investiert, um ihre Geschäftsmodelle zu stärken. Sie profitieren erheblich von wichtigen Langfristtrends wie verstärkter Datennutzung und Digitalisierung, der Alterung der Weltbevölkerung und dem wachsenden Bedarf an Gesundheitsleistungen sowie dem stärkeren Bewusstsein für gesunde Ernährung und Wellness“, erläutert der Manager. Auf lange Sicht hat sich ein Investment in den Fonds bisher ausgezahlt. Seit seiner Auflage im August 2009 erwirtschaftete er ein Plus von 330 Prozent.
Bereits im November 1990 ist sein auf US-Aktien fokussierter Zwilling mit derselben Strategie an den Start gegangen. Der Ninenty One GSF – American Franchise Fonds hat daher schon einige Stolpersteine, wie das Platzen der Tech-Blase und die Finanzkrise, auf seinem Weg bewältigen müssen. Trotz diverser Krisen erwirtschaftete er über diesen langen Zeitraum eine jährliche Rendite von 8,5 Prozent, längere Durststrecken inclusive: Wer beispielsweise auf dem Höhepunkt der Tech-Party im September 2000 den Fonds gekauft hätte, musste die bittere Erfahrung machen, das erfolgreiches Investieren in Aktien ein langwieriges Geduldsspiel sein kann. Bis der Fonds einen neuen absoluten Höchststand erreichte, dauerte es fast 15 Jahre.

