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Eine dynamische Strategie für die Asset-Allokation

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Energiepreisanstieg Mit Rohstoffen der Inflation ein Schnippchen schlagen

Braunkohletagebau in Nordrhein-Westfalen
Braunkohletagebau in Nordrhein-Westfalen: Auch in Europa sind die Preise für fossile Brennstoffe rasant gestiegen. | Foto: Imago Images / Jochen Tack
Greg Sharenow, Pimco

Durch den starken Anstieg der Erdgaspreise haben sich seit August auch Strom, Öl und Kohle drastisch verteuert. Infolge der Energiepreissteigerungen geraten die Gewinnspannen von Industrieunternehmen unter Druck. Darüber hinaus sind die Unternehmen durch die anhaltenden Lieferengpässe gezwungen, ihre Produktion zu drosseln – was unter anderem zu höheren Preisen für Basismetalle führt.

Angesichts der Versorgungsengpässe in der Containerschifffahrt und bei Computerchips schürt der Anstieg der Rohstoffpreise die Inflation, die aufgrund des Beginns der Heizperiode in der nördlichen Hemisphäre weiter an Dynamik gewinnt. Vor diesem Hintergrund hat der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Prognose für das weltweite Wachstum gesenkt und verwies dabei auf Risiken wie steigende Energiekosten und eine sich beschleunigende Inflation. Der Preisauftrieb der Energiepreise könnte, so der Ausblick des IWF, auch in den kommenden Monaten anhalten.

Grundlastsicherung hat Erdgas verteuert

Das Zusammentreffen von einmaligen und strukturellen Faktoren hat dazu geführt, dass die weltweiten Erdgasvorräte zu Beginn des Winters am unteren Ende des historischen Durchschnitts liegen. Die kalten Temperaturen in Europa und Russland, die bis in den Frühling dieses Jahres hinein anhielten, begrenzten den für die Jahreszeit typischen Aufbau der Gasvorräte.

Wetterbedingt verlief im Jahresverlauf auch die Erzeugung von Wind- und Wasserkraft gebremst. Der erhöhte Strombedarf zur Sicherstellung der Grundlast wurde unter anderem durch Erdgas gedeckt, dessen Preis sich infolgedessen immer weiter erhöht hat.

Erschwerend kam hinzu: Verzögerte Wartungsarbeiten aufgrund von Covid-19 und unzureichende Investitionen senkten die Kapazitätsauslastung der weltweiten Flüssiggasanlagen (LNG) auf ein Niveau, das nur unerheblich über dem von 2020 liegt, als die niedrigen Preise zu Produktionskürzungen führten.

Letztlich trug aber auch der außergewöhnlich dynamische Anstieg der Industrieproduktion – und der daraus resultierende Energiebedarf – in den vergangenen Quartalen zu den aktuellen Energieengpässen bei.

Die wirtschaftliche Erholung im Gefolge der Pandemie treibt weltweit die Rohstoffpreise, inzwischen auch für Kohle. Die Kohleproduktion entwickelte sich nach jahrelangen Unterinvestitionen im Zuge der beginnenden Umweltschutzmaßnahmen in China und anderen Teilen der Welt gebremst. Doch weil jetzt mehr Kohle als bislang für die Stromerzeugung genutzt wird, steigen auch die Preise für den CO2-Ausstoß im europäischen Emissionshandel.

Aufbau von Stromspeicherkapazitäten ist unabdingbar

Die jüngsten Preisexzesse haben gezeigt, was unserer Meinung nach die wichtigsten Stellschrauben im Energieversorgungssystem sind, an denen gedreht werden muss:

  • unzureichende Investitionen auf der Angebotsseite nach Jahren niedriger Preise,
  • begrenzte Systemflexibilität und
  • die enge Verflechtung der globalen Energiemärkte.

Obwohl die OPEC-Staaten bei Erdöl und wahrscheinlich auch Russland bei Erdgas noch über Kapazitätsreserven verfügen, gehen die verfügbaren Lagervorräte in der gesamten Energieversorgungskette zurück, was den Markt anfälliger für wetterbedingte oder politische Störungen macht.

Der Ausbau der erneuerbaren Energien hat in den vergangenen zehn Jahren weitgehend deflationär gewirkt. Zugleich hat sich die Grundlaststromerzeugung durch Kohle und Kernkraft verringert. Doch weltweit steigt der Energieverbrauch, nicht zuletzt durch die rasche Verbreitung von E-Mobilität. Daher sind Investitionen in Stromspeicherkapazitäten dringend erforderlich, um die Schwankungen der erneuerbaren Energien auszugleichen.

Wie geht es weiter?

Es gibt Anzeichen dafür, dass sich die Situation entspannen könnte. Die Gasnachfrage schwächt sich bereits ab, was unter anderem mit den Produktionskürzungen der Industrie zusammenhängt, die sich infolge der Lieferengpässe eingestellt haben. Die wieder leicht steigenden europäischen Gasvorräte signalisieren eine Verbesserung, ebenso wie die weltweiten Flüssiggasexporte. China konzentriert sich auf die Erhöhung der Kohleförderung, wodurch auch bei diesem Energieträger der Preisdruck nachzulassen beginnt.

Die kommenden Monate dürften weiterhin von erhöhter Volatilität der Rohstoffpreise geprägt sein. Zur Absicherung ihrer Portfolios können Anleger Rohstoffe heranziehen; diese haben sich in der Vergangenheit als ein guter Inflationsschutz erwiesen. In Zeiten höherer Inflation sind die Rohstoffpreise typischerweise gestiegen.

Um dem Informationsbedürfnis der Anleger in Zeiten steigender Preise nachzukommen, hat Pimco eine spezielle Webseite zur Inflation ins Leben gerufen. Mehr erfahren Sie hier.

Hinweis: Diese News ist eine Mitteilung des Unternehmens und wurde redaktionell nur leicht bearbeitet.
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