Mit Transparenz gegen die Schuldenfalle

Justizminister geht gegen überhöhte Dispo-Zinsen vor

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Trotz Niedrigzinsen verlangen Banken im Durchschnitt immer noch rund 9 Prozent Dispo-Zinsen. Einige Finanzinstitute gehen sogar teilweise auf bis zu 14 Prozent. Damit ist der Dispo der teuerste Kredit, den eine Bank anbietet – und bringt Finanzinstituten rund 38 Milliarden Euro jährlich. Für viele Bürger wiederum werden die unverhältnismäßig hohen Dispo-Zinsen zur Schuldenfalle.

Schluss damit, entschied nun der Bundesjustizminister Heiko Maas. Sein Ministerium hat nach Informationen der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) einen Gesetzentwurf beschlossen, das den Banken mehr Transparenz abverlangt. So müssen Finanzinstitute künftig ihre jeweils geltenden Dispo-Zinssätze auf ihrer Internet-Homepage veröffentlichen. Bisher haben einige Institute diese Kostenangaben versteckt.

Außerdem müssen Banken künftig ein Beratungsgespräch anbieten, wenn ihre Kunden drei Monate den Dispo in Anspruch nehmen oder das Minus den durchschnittlichen monatlichen Geldeingang übersteigt. In diesen Fällen soll der Bankberater eine Alternative vorschlagen, wie zum Beispiel den Ratenkredit.  „Viele wissen gar nicht, dass es preisgünstigere Alternativen gibt“, zitiert die Zeitung den Justizminister Maas.

Der Gesetzentwurf sieht auch strengere Regeln für Verbraucherdarlehen vor, so die WAZ weiter. Künftig müssen die Banken die Kreditwürdigkeit eines Kunden nicht nur „bewerten“, sondern „prüfen“ - wenn es erhebliche Zweifel an der Vertragserfüllung gibt, darf der Kredit nicht gewährt werden.

Der Gesetzentwurf des Justizministeriums soll nach WAZ-Informationen am 27. Mai vom Kabinett beschlossen werden.

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