Böse Überraschung Hacker-Angriff Foto: Foto von cottonbro von Pexels

Studie zu IT-Sicherheit

Mittelständler unterschätzen Cyber-Gefahren

Die produzierende Wirtschaft ist ein bevorzugtes Ziel von Cyber-Kriminellen. Viele mittelständische Firmen sind auf diese Angriffe aber nicht ausreichend vorbereitet. Das zeigen mehrere vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) beauftragte Studien zur IT-Sicherheit im Maschinenbau und in der Elektro-, Chemischen, Kunststoffverarbeitenden und Lebensmittelindustrie.

Jedes vierte Unternehmen betroffen

In einer repräsentativen Forsa-Umfrage unter 500 Unternehmen gaben 26 Prozent der befragten Mittelständler an, bereits Opfer von Cyberattacken gewesen zu sein. Infolge der Angriffe stand jeder zweite Betrieb zeitweise still und musste Zeit und Geld in die Wiederherstellung seiner Systeme investieren. Teilweise zahlten die Unternehmen für ihre gesperrten Daten und IT-Systeme auch Lösegelder.

„Angesichts der vielen erfolgreichen Angriffe sollte IT-Sicherheit in den produzierenden Unternehmen die höchste Priorität haben. Die Verantwortlichen müssten mehr und bessere Schutzvorkehrungen treffen, die Mitarbeiter sensibilisieren und Notfallpläne schmieden. Stattdessen flüchtet man sich vielerorts darin, das Problem mehr oder weniger bewusst zu ignorieren“, sagt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen.

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Denn trotz der hohen Betroffenheit der produzierenden Mittelständler gehen 55 Prozent der Befragten für ihr Unternehmen von einem geringen Risiko aus. Ihre Argumente: Das eigene Unternehmen sei zu klein, die Daten für Kriminelle nicht interessant; viele machen auch geltend, dass bisher nichts passiert und das IT-System umfassend geschützt sei. Insgesamt meinen 75 Prozent der befragten Unternehmen, sie täten genug zum Schutz gegen Cyberkriminalität.

Leichte Beute für Phishing-Attacken

In den GDV-Untersuchungen zeigten sich hingegen viele Unternehmen verwundbar: In einem eingehenden Sicherheitscheck bei 40 freiwillig teilnehmenden Mittelständlern hätten Angreifer mehr als die Hälfte der Unternehmen hacken, Daten manipulieren oder die IT-Systeme komplett übernehmen können.

„Vergleicht man die IT-Systeme mit Häusern, haben die Eingangstüren drei Schlösser, aber die Fenster stehen offen – und niemand schaut nach, was drinnen los ist“, sagt der Hacker und IT-Sicherheitsberater Michael Wiesner, der die Unternehmen für den Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft getestet hat.

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Allein über Phishing-Mails und gefälschte Webseiten gelang es ihm, an die Zugangsdaten von insgesamt 200 Mitarbeitern aus 19 Unternehmen zu gelangen. In sieben weiteren Unternehmen hatten Angestellte zwar keine Daten preisgegeben, aber Links angeklickt, mit denen sie Schadsoftware auf ihre Rechner laden könnten.

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