Peter Bartels von PwC

Peter Bartels von PwC

Mittelständler wollen keine Finanzinvestoren

Vier von fünf Mittelständlern lehnen den Einstieg eines Finanzinvestors in ihr Unternehmen ab. Das ergab die Studie „Transaktionen im Mittelstand – Bestandsaufnahme und Ausblick“ der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers (PwC). 18 Prozent können sich eine Private-Equity-Beteiligung zwar vorstellen. Aber nur bei einem Prozent ist bereits ein Finanzinvestor eingestiegen.

Der deutsche Mittelstand bleibt gegenüber Beteiligungskapital verschlossen. Die Furcht vor dem Verlust der unternehmerischen Unabhängigkeit ist zu groß: Zwei Drittel der Befragten glauben, dass sie mit dem Einstiegs eines Finanzinvestors ihre Entscheidungshoheit verlieren. 45 Prozent halten die Strukturen und Motive von Beteiligungsgesellschaften für zu wenig transparent. Und rund jeder Dritte glaubt, dass die verschiedenen Unternehmenskulturen zwangsläufig zu Konflikten führen. Zweifel an den unternehmerischen Fähigkeiten und Zielen der Finanzinvestoren spielen indes kaum eine Rolle.

Dennoch beurteilen 75 Prozent der Befragten den Einstieg eines Finanzinvestors grundsätzlich positiv für die Kapitalstruktur ihres Unternehmens. „Die Umfrage dokumentiert ein Dilemma: Einerseits würden viele Mittelständler die Beteiligung eines Finanzinvestors begrüßen, andererseits wiegt die Furcht vor einem Ausverkauf schwer“, fasst Peter Bartels, Mitglied des Vorstands und Leiter des Bereichs Familienunternehmen und Mittelstand bei PwC, die Ergebnisse zusammen. „Eine Versachlichung der emotionalen Diskussion um Private Equity scheinen daher dringend geboten.“

533 mittelständische Unternehmen aus Deutschland nahmen an der Umfrage teil. Zu den Befragten gehören Geschäftsführer, Eigentümer, Finanzvorstände und Prokuristen.

Die vollständige PwC-Studie finden Sie hier.

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