MLP boykottiert Swiss-Life-Produkte

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Der börsennotierte Finanzvertrieb MLP hat  mit sofortiger Wirkung die aktive Vermittlung von Vorsorgeprodukten der Swiss Life-Gruppe ausgesetzt. Swiss Life hatte in den vergangenen Tagen 24,3 Prozent der MLP-Aktien erworben, die zuvor von Carsten Maschmeyer, Vorstand des Branchenkonkurrenten AWD, gehalten wurden.

Den Aktienerwerb hatte der Schweizer Versicherungskonzern bereits gegen den Willen von MLP Mitte August angekündigt. Die Freigabe durch die Kartellbehörden ist nun erfolgt. „Wir begrüßen, dass die Swiss Life wie angekündigt ihren Anteil nicht weiter ausgebaut hat“, sagt MLP-Vorstandsvorsitzender Dr. Uwe Schroeder-Wildberg. „Um jeglichen Anschein von Interessenkonflikten in unserer Beratung zu vermeiden, setzen wir die Produktpartnerschaft für das Neugeschäft mit der Swiss Life bis auf weiteres aus.“

In Folge der Beteiligung muss MLP seine Neukunden, wie gesetzlich vorgeschrieben, künftig im Rahmen der schriftlichen Kundeninformation auf die Beteiligung der Swiss Life hinweisen. Die Vermittlung von Swiss-Life-Produkten sei demnach nicht mehr mit der erklärten Unabhängigkeit des Vertriebsunternehmens zu vereinbaren. „Bestehende Verträge mit der Swiss Life werden nicht gekündigt“, betonte ein MLP-Sprecher gegenüber DAS INVESTMENT.com. Die Einstellung der Vermittlung von Swiss-Life-Produkten betreffe das Neugeschäft. Dort habe der Anteil der Swiss-Life lediglich im niedrigen einstelligen Bereich gelegen.

Swiss Life hat für den Kauf von 26,2 Millionen MLP-Aktien 307 Millionen Euro bezahlt, was einem Durchschnittspreis pro Aktie von 11,72 Euro entspricht. Vertriebskonkurrent AWD ist bereits unter Kontrolle der Swiss Life und soll im Laufe des nächsten Jahres von der Börse genommen werden.

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