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MLP-Gesundheitsreport: Hohes Interesse an privaten Zusatzversicherungen

Laut der Studie, für die 1.800 Versicherte und 500 Ärzte befragt wurden, geben knapp drei Viertel der Mediziner zu, dass sich Ärzte stärker um Privatpatienten bemühen. Für 75 Prozent der niedergelassenen Ärzte sind Privatpatienten für den Erfolg der eigenen Praxis „wichtig“ oder „sehr wichtig“.

Weiterhin hoch ist das Interesse an privaten Zusatzversicherungen: Derzeit erwägen 43 Prozent der gesetzlich Versicherten den Abschluss einer (weiteren) Police. „Dieses Ergebnis zeigt den Wunsch vieler Versicherter nach einer umfassenden und individuellen Absicherung“, sagte MLP-Vorstandschef Uwe Schroeder-Wildberg.

Baustelle Pflegeversicherung

Lediglich 15 Prozent der Deutschen glauben, über die gesetzliche Pflegeversicherung ausreichend abgesichert zu sein; mehr als zwei Drittel fühlen sich unterversorgt. Gleichzeitig fordert die Bevölkerung die Politik auf, die Pflegeversicherung zu reformieren: 64 Prozent sind der Meinung, dass das Thema in der Politik einen höheren Stellenwert einnehmen muss.

Insgesamt beurteilen 70 Prozent der Bürger (2009: 64 Prozent) und 88 Prozent der Ärzte (2009: 82 Prozent) die derzeitige Leistungsfähigkeit des deutschen Gesundheitssystems als „gut“ oder „sehr gut“. Deutlich höher sind die Werte mit 77 Prozent in den Niederlanden, 81 Prozent in Schweden und 93 Prozent in der Schweiz.

Musterfall Schweiz

Gleichzeitig haben mit 51 Prozent (2009: 59 Prozent) deutlich mehr Deutsche in den vergangenen zwei, drei Jahren eine Verschlechterung der Gesundheitsversorgung festgestellt  als die Bürger in den Vergleichsländern (Niederlande: 34, Schweden: 20, Schweiz: 15 Prozent).

Ausgeprägter ist auch die Befürchtung, im Krankheitsfall auf eine notwendige Behandlung verzichten zu müssen: Während in der Bundesrepublik 42 Prozent diese Sorge äußern, sind es in Schweden 30, in den Niederlanden 21 und in der Schweiz lediglich 18 Prozent. Ausgewählt wurden die Vergleichsländer unter anderem, weil Ärzte sie im MLP Gesundheitsreport wiederholt als führend einstufen.

Zweifel an der Gesundheitsreform


Deutliche Kritik äußern die Befragten an der jüngsten Gesundheitsreform, die zum 1. Januar 2011 in Kraft tritt. Während in der Bevölkerung 75 Prozent daran zweifeln, dass die beschlossenen Maßnahmen die Finanzierung des Gesundheitssystems für längere Zeit sicherstellen, sind es bei den Ärzten sogar 93 Prozent.

Die mit der Reform ausgeweitete Möglichkeit für gesetzliche Krankenversicherungen (GKV), einkommensunabhängige Zusatzbeiträge zu verlangen, halten 82 Prozent der Bürger für ungerecht. Bereits heute zahlen 22 Prozent der gesetzlich Versicherten nach eigenen Angaben Zusatzbeiträge, weitere 38 Prozent rechnen in absehbarer Zeit damit. Von ihnen denken 25 Prozent über einen Wechsel ihrer Krankenkasse nach.

Hintergrund: Der MLP Gesundheitsreport ist eine repräsentative Umfrage unter rund 1.800 Bundesbürgern und mehr als 500 Ärzten. Die repräsentative Studie im Auftrag des Finanz- und Vermögensberaters MLP hat das Institut für Demoskopie Allensbach mit Unterstützung der Bundesärztekammer erstellt.

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