Monatsbilanz für Januar Anleger bleiben vorsichtig

Alphabet-CEO Larry Page kann zufrieden sein: Im vierten Quartal 2018 erlöste die Google-Mutter einen Gewinn von 8,2 Milliarden US-Dollar – doch viele Anleger bleiben skeptisch. | © Getty Images

Alphabet-CEO Larry Page kann zufrieden sein: Im vierten Quartal 2018 erlöste die Google-Mutter einen Gewinn von 8,2 Milliarden US-Dollar – doch viele Anleger bleiben skeptisch. Foto: Getty Images

Starke Unternehmenszahlen für das zurückliegende vierte Quartal 2018, insbesondere aus dem Technologiesektor in den USA, besserten die Laune der Anleger im Januar 2019 deutlich. Auch die Ende Januar geäußerte Absicht der Fed-Führung in Washington, nun in Sachen Zinsanhebungen erstmal eine Pause einzulegen, beflügelte die Aktienmärkte.

Tatsächlich scheinen weitere Zinsanhebungen in den USA derzeit eher nicht angebracht zu sein – zu schwach entwickelten sich etwa wichtige Frühindikatoren wie der ISM-Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes. Der Index fiel jüngst um fünf Punkte auf den niedrigsten Wert seit zwei Jahren.

Da zudem die Inflation selbst in den USA, wo die Wirtschaft in den vergangenen Jahren besonders brummte, nach wie vor eher moderat ist, kann es sich Fed-Chef Jerome Powell erlauben, erst einmal abzuwarten.

Handelskonflikt dürfte Investoren noch Jahre begleiten

Und dennoch: Trotz des Rückenwinds seitens der Fed trauen viele Anleger dem Braten zu Jahresbeginn noch nicht so ganz. Angesichts einer schwächelnden Konjunktur und des weiter schwelenden Handelskonflikts zwischen den USA und China, der uns gerade an der Technologiefront noch Jahre begleiten dürfte, scheint Skepsis auch angebracht zu sein.

Trotzdem erinnert uns der Jahresstart 2019 daran, wie wichtig es ist, dauerhaft an den Märkten investiert zu sein – und zu bleiben. Angelsachsen beobachten in Phasen wie etwa dem Januar 2019 oft eine wachsende FOMO – „Fear Of Missing Out“ – also sinngemäß eine Sorge, erfreuliche Entwicklungen an den Märkten zu verpassen.

Mögliche Verlängerung des Bullenmarktes

Diese Sorge könnte aktuell durchaus berechtigt sein. Stellen wir uns folgendes, gar nicht mal so unwahrscheinliches Marktumfeld vor: Die USA und China kommen sich in Verhandlungen Stück für Stück näher, ein „Crash-Out“ der Briten aus der Europäischen Union wird abgewendet und die Unternehmen rund um den Globus machen in 2019 im Durchschnitt spürbar mehr Gewinn als im Vorjahr.

Und was ist mit den globalen Rezessionsgefahren? Die bleiben aufgrund anziehender Stimuli unter anderem aus China vorerst gebannt. Und die großen Notenbanken heben die Zinsen in diesem Jahr kaum oder gar nicht an. Last but least verliert der US-Dollar etwas an Wert, sodass den Schwellenländern mehr Luft zum Atmen bleibt. Es müssen gar nicht mal all diese Dinge eintreffen, um in 2019 eine Verlängerung des Bullenmarktes der vergangenen Jahre zu erleben.