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Moody’s-Studie Warnung vor Krise in der deutschen Lebensversicherung

Die Rating-Agentur Moody's in New York: Die Analysten
Die Rating-Agentur Moody's in New York: Die Analysten | Foto: Getty Images

Die Hoffnung der deutschen Lebensversicherer, dass das anhaltend niedrige Zinsniveau bald der Vergangenheit angehören könnte, dürfte sich nach Einschätzung der Rating-Agentur Moody’s auf absehbare Zeit nicht erfüllen. „Für die Bonität der deutschen Lebensversicherer bleiben die niedrigen Zinsen eine zentrale Herausforderung, da ihre Anlageportfolios größtenteils aus Rentenpapieren bestehen“, zitiert das Handelsblatt Dominic Simpson von Moody‘s.

Überwiegend Garantieprodukte

Laut einer aktuellen Studie der Rating-Agentur sind mehr als 80 Prozent der deutschen Lebensversicherungspolicen Garantieprodukte, die ihren Kunden 2,5 bis 3,5 Prozent Rendite in Aussicht gestellt haben. Die durchschnittliche Laufzeit der Verträge liegt bei über zehn Jahren.

Damit liegen die Versicherer in Deutschland vor denen aus Norwegen und Taiwan, die in der Studie von Moody’s ebenfalls nicht gut dastehen und denen ebenfalls ein hohes Risiko bescheinigt wird. Das Problem sei, so die Analysten, dass die deutschen Lebensversicherer aktuell keine geeigneten sicheren Neuanlagen finden können.

Versicherungsverband GDV hält dagegen

Das Handelsblatt verweist in diesem Zusammenhang auf eine Äußerung von Gabriel Bernadino, Chef der europäischen Versicherungsaufsicht Eiopa. Er schloss demnach nicht aus, dass einige Versicherer in Schwierigkeiten geraten werden.

Wolfgang Weiler, Präsident des Versicherungsverbandes GDV, stimmt dem nicht zu. „Die deutsche Assekuranz steht heute besser da als vor zwei Jahren“, sagte Weiler in einem Handelsblatt-Interview und verwies dabei auf die „hohen Solvenzquoten“ der deutschen Lebensversicherer.

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