Teuflisch: Die Zahl beitragsinstabiler PKV-Tarife hat sich glatt<br>verdoppelt. Quelle: Fotolia

Teuflisch: Die Zahl beitragsinstabiler PKV-Tarife hat sich glatt
verdoppelt. Quelle: Fotolia

Morgen & Morgen: Mehr Beitragssünder in der privaten Krankenversicherung

//
Die KV-Experten von Morgen & Morgen prüften für das „M&M Rating Beitragsstabilität“ über 3.500 Tarife der privaten Krankenversicherung (PKV) auf ihre Beitragsentwicklung über fünf und zehn Jahre hinweg. Ergebnis: Im Durchschnitt müssen Männer derzeit mit einer Beitragserhöhung von 5,67 Prozent pro Jahr (Vorjahr 5,62 Prozent) rechnen, Frauen hingegen mit 4,29 Prozent (Vorjahr 4,20 Prozent).

Damit blieb das Niveau der Beitragsanpassungen in der privaten Krankenversicherung vom vergangenen Jahr auf 2011 gesehen zwar insgesamt stabil. Doch die Unterschiede in der Branche werden immer krasser: Während das Mittelfeld um 10 Prozent schrumpfte, wuchs die Zahl der Top-Performer mit fünf Sternen um 40 Prozent.

Doppelt so viele instabile PKV-Tarife

Die Zahl der instabilen Tarife mit nur einem Stern im Rating verdoppelte sich. „Hier sprechen wir von durchschnittlich 7,63 Prozent Anpassung pro Jahr. Im extremen Einzelfall aber durchaus von 12,7 Prozent pro Jahr, die insgesamt über zehn Jahre mit 3.428 Euro zu Buche schlagen“, warnt Martin Zsohar, Aktuar und Geschäftsführer von Morgen & Morgen. Im Top-Segment hingegen konnten Versicherte im Schnitt mit lediglich einer Beitragserhöhung von 2,76 Prozent pro Jahr rechnen.

Das Analysehaus nennt einen Beispielfall eines 35-Jährigen versicherten Arbeitnehmers, der am 1. September 2011 einen PKV-Tarif mit Selbstbehalt bis 360 Euro; mindestens Privatpatient im Zweibettzimmer und mindestens 90 Prozent Erstattung für Zahnbehandlung sowie 75 Prozent für Zahnersatz abschließt. Für diesen Fall weist das Ranking der PKV-Tarife bei den Männern die Hanse Merkur mit den Tarifen ASZG, PS2 und PS3 und einer durchschnittlichen Beitragserhöhung von 2,98 Prozent als beitragsstabilster unter 28 Tarifen aus. Bester Tarif bei den Frauen ist dabei ebenfalls die Hanse Merkur mit 2,21 Prozent Beitragssteigerung im Schnitt. (siehe Tabellen).

Am Ende dieses Beispielfalls stehen demgegenüber bei den männlichen Versicherten drei Tarife mit nur einem Stern. Die Arag Krankenversicherungs AG (Tarife 203, 240, 529), die DKV Deutsche Krankenversicherung AG (AM0, SM6, ZM3) sowie die Bayrische Beamtenkrankenkasse (A0, S2, S3, Z100/80) mit durchschnittlichen Beitragserhöhungen von 7,32, 6,96 und 6,69 Prozent.

Frauen, auf die die Beispieldaten zutreffen, hätten die höchste Tariferhöhung mit der Central Krankenversicherung und dem Tarif EKN 250 und einer jährlichen Beitragserhöhung um 5,2 Prozent verzeichnet.

Zu den Ratingerläuterungen der Morgen & Morgen

Mehr zum Thema
Als Teil der RentePolitik muss Sparpläne mit Aktien fördern Finanzen, IT, Digitalisierung und Prozessmanagement.Roland Rechtsschutz mit neuem Generalbevollmächtigten Alexander-Otto FechnerNeodigital Versicherung erweitert Geschäftsleitung