Das Analysehaus Morgen & Morgen (M&M) hat sein jährliches Rating für Privatrenten um den Bewertungsindikator „Top-Renditeprognose“ für unterschiedliche Anlagetypen erweitert. Bei fondsgebundenen sowie klassischen Rententarifen und Indexpolicen wird ergänzend der Aspekt zur bewerteten Bedingungsqualität untersucht.

Renditeerwartungen nach drei Anlagetypen aufgeteilt

Für den Kunden ist dies aus Sicht der Analysten eine entscheidende Komponente bei kapitalbildenden Produkten. Die vergebene Auszeichnung soll eine besonders geeignete Renditeprognose für die jeweils drei Anlagetypen „sicherheitsorientiert“, „ausgewogen“ sowie „chancenorientiert“ bestätigen. Sie setzt eine Fünf-Sterne-Bewertung im Bedingungsrating voraus. „Das ist die gleiche Stoßrichtung, die aktuell die Bafin im Rahmen des Produktgenehmigungsverfahrens vorgibt: Es dürfen nur noch für den Kunden geeignete Produkte mit einer angemessenen und belegbaren Rendite angeboten werden“, sagt Thorsten Saal, Bereichsleiter Mathematik und Rating bei M&M, zu den aktuellen Herausforderungen für die Produktgeber.

So funktioniert die Methodik der Untersuchung

Zur Methodik gibt M&M an, hierfür die Rendite- und Risikokennzahlen anhand des Volatium-Modells zu bewerten, das seit über 15 Jahren die Renditewahrscheinlichkeiten von Altersvorsorgeprodukten simuliert und sich zu einem branchenweit anerkannten Standard entwickelt habe. Für jeden Tarif wird die Renditekennzahl und die Risikokennzahl jeweils für drei verschiedene Laufzeiten berechnet (20, 30 und 40 Jahre). Dabei wird überprüft, ob die Rendite- und die Risikokennzahl bestimmte Benchmarks erfüllt. Falls die Benchmarks für jede der drei Laufzeiten erreicht wird, wird der Tarif mit dem Zusatz „Top-Renditeprognose“ ausgezeichnet.

Die Festlegung der Benchmarks erfolgt laut M&M in fünf Kategorien mit unterschiedlichem Garantieniveau und unterschiedlicher Fondsauswahl. Ein Tarif kann auch in mehreren Kategorien überprüft werden, sofern unterschiedliche Garantieniveaus und Fonds angeboten werden, so die Untersucher. 

 

Im Rahmen der Bewertung von Privatrenten wurden 52 klassische Rententarife, 476 Fondsgebundene Tarife und 32 Indexpolicen hinsichtlich ihrer Bedingungsqualität im „M&M Rating Privatrente“ bewertet. Davon erreichen insgesamt 186 Tarife die Bestbewertung von fünf Sternen.

Alte Leipziger dominiert das Rating

Diese Offerten mit Top-Bedingungen wurden nun hinsichtlich ihrer Renditeprognosen unter Berücksichtigung der Eignung für die unterschiedlichen Anlagetypen beurteilt. Dabei erreichten für den Anlagetyp „sicherheitsorientiert“  43 Tarife das Gütesiegel „Top-Renditeprognose“, für den Anlagetyp „ausgewogen“ 33 Tarife und für den Anlagetyp „chancenorientiert“  49 Tarife. Einzelne Produkte können dabei in mehreren Anlagetypen auftauchen.

Am besten schlug sich im neuen Rating die Alte Leipziger. 26 Mal wurde dem Unternehmen die neue Auszeichnung verliehen. Es folgt die LV 1871 mit 15 und die Continentale mit zehn Auszeichnungen. Marktführer Allianz ist lediglich mit fünf Produkten vertreten. Das neue Prädikat „Top-Renditeprognose“ ging an insgesamt 23 Produktgeber. Eine Übersicht der Ergebnisse gibt es hier.