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Morgendämmerung in Europa Familienunternehmen profitieren vom Aufschwung besonders stark

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Europa billiger als die USA

Ein Schnäppchen sind europäische Aktien nach den Zuwächsen nicht mehr. Sie sind aber auch noch nicht zu teuer. Das geglättete Shiller-Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt mit 22 etwas über dem historischen Durchschnitt, der auf das Jahr 1980 zurückgeht. Von den Niveaus jenseits der 30, die vor der Jahrtausendwende und 2007 erreicht wurden, ist man jedoch noch weit entfernt. Im Vergleich zu US-Werten sind die europäischen Titel sowohl gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis als auch am Preis-Buchwert-Verhältnis um rund 25 Prozent niedriger bewertet.

Geringere Bewertungen erfolgen entweder durch fallende Kurse oder steigende Gewinne. Die Aussichten sind besonders für Letztere gut. Anders als in den USA, wo der Return on Investment und die Margen im Schnitt bereits sehr hoch sind, ist in Europa das Potenzial nach oben noch groß.

Europa hinkt bei den Margen nicht nur dem eigenen historischen Durchschnitt und den USA, sondern auch den Emerging Markets, Großbritannien und Japan hinterher. Besserung ist aber in Sicht. Im ersten Quartal ist die Gewinndynamik bereits gestiegen. „Die Voraussetzungen für europäische Aktien sind sehr gut“, sagt Olsen.

Familienunternehmen sollten von einem Aufschwung besonders stark profitieren. Olsen: „Sie haben in der Krise auch noch das wenige Fett abgebaut und sind jetzt sehr schlank aufgestellt.“ So schlagen bereits leichte Umsatzsteigerungen stark auf die Gewinne durch. Während das eigentümergeführte Unternehmen Mediaset España den Umsatz im ersten Quartal um 10 Prozent steigerte, schoss das EBITDA gleich um 75 Prozent in die Höhe.

An Innovationskraft haben Familienunternehmen in der Krise nicht verloren. Sie halten überdurchschnittlich lange an ihren Mitarbeitern fest und müssen jetzt keinen „Brain-Drain“ kompensieren. Während viele Mitbewerber bei der Forschung und Entwicklung kräftig kürzten, blieben die Budgets bei den Familienunternehmen dank der guten Kapitalbasis auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Zukäufe von kleineren Familienunternehmen und ihrem Know-how kamen noch dazu. Finanzierungen waren bei den Familienunternehmen anders als bei Mitbewerbern auch in der Krise selten ein Problem. Mit ihren geringen Schulden, ihrer finanziellen Unabhängigkeit und soliden Bilanzen kamen ihre Kreditanfragen bei den Banken immer gut an.

Fokus auf Nebenwerte

Wer in Familienunternehmen investiert, kauft vor allem Small und Mid Caps. Die kleineren Unternehmen laufen dann besonders gut, wenn die Marktteilnehmer bereit sind, Risiken einzugehen. Das war im Vorjahr nur bedingt der Fall. 2014 waren vor allem großkapitalisierte, defensive Dividendenpapiere gefragt. Diese sogenannten „Teddy-Bär-Aktien“ haben auch professionellen Investoren das Gefühl von Geborgenheit vermittelt, solange das Wirtschaftswachstum spärlich ausfiel und die Zinsen ins Bodenlose sanken.

Doch die Vorzeichen haben sich inzwischen geändert und Nebenwerte sollten wieder an ihren langfristigen positiven Trend anknüpfen können. Weltweite Large Caps legten in den vergangenen zehn Jahren um 46 Prozent zu, Mid Caps um 72 Prozent und Small Caps sogar um 83 Prozent. Mit ihrer Performance stechen Familienunternehmen heraus. Der in einer Studie von UBS Global Research unlängst publizierte UBS Family-Owned Index festigte sich in dieser Zeit sogar um 345 Prozent.

Ob die Investoren bereit sind, auf den europäischen Aktienmärkten Risiken einzugehen, hängt nicht zuletzt vom Sentiment rund um Griechenland ab. Doch während der Ausstieg Griechenlands aus der Eurozone in der medialen Berichterstattung einen hohen Stellenwert hat, misst Bellevue-Expertin Olsen diesem Krisenherd weniger Bedeutung zu: „Griechenland beeinflusst die europäische Wirtschaft und die Börse nicht mehr wirklich. Hellenische Turbulenzen werden das Projekt Europa nicht gefährden“, sagt Olsen.

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