Börse in Wuhan: China ist Schwerpunkt vieler Asien-ETFs. (Foto: Getty Images)

Börse in Wuhan: China ist Schwerpunkt vieler Asien-ETFs. (Foto: Getty Images)

Morningsstar-Analyse

Die größten Asien-ETFs

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Asien-ETFs könnten 2015 für Anleger interessant werden, die nicht unbedingt auf Nummer sicher gehen wollen, schreiben die Morningstar-Autoren Ali Masarwah und Michael Haker. Folgende Indizes sollten Asien-ETF-Anleger nach Meinung der Analysten kennen:

MSCI AC Far East Ex Japan: Der wohl am häufigsten verwendete Index für Ostasien-ETFs enthält die 535 größten und mittleren Firmen aus Hongkong, Singapur, China, Indonesien, Südkorea, Malaysia, Philippinen, Taiwan und Thailand, gewichtet nach ihrer Marktkapitalisierung. Mit 42 Prozent machen chinesische Aktien inklusive Hongkong derzeit den größten Länder-Anteil des Index aus. Das Unternehmen mit dem größten Anteil: Samsung mit 4,5 Prozent.

MSCI AC Asia Ex Japan: Der Unterschied im Vergleich zum MSCI AC Far East Ex Japan: Mehr Indien, weniger China, Südkorea, Taiwan und Hongkong. Indische Unternehmen machen einen Anteil von 9,2 Prozent aus.

MSCI Emerging Markets Asia: Der Index-Anbieter MSCI zählt zu den Schwellenländern nur China, Indien, Indonesien, Südkorea, Malaysia, Philippinen, Taiwan und Thailand (Hongkong, Singapur und Japan sammelt er unter dem Begriff „Developed Markets“). Länderschwerpunkte dieses Index sind China (gut ein Drittel), Südkorea (22,6 Prozent) und Taiwan (19 Prozent). Je ein Viertel sind Technologiewerte und Finanztitel. Die Top-10-Werte (unter anderem Samsung, Taiwan Semiconductors) machen ebenfalls gut ein Viertel aus.

MSCI Emerging Markets Far East: Der Unterschied zum MSCI Emerging Markets Asia: Er schließt Indien aus. Das führt dazu, dass China (35,2 Prozent), Südkorea (25,5 Prozent) und Taiwan (21,5 Prozent) in punkto Länderaufteilung noch mehr Gewicht bekommen – insgesamt über 80 Prozent (beim MSCI Emerging Markets Asia bestimmen sie zusammen zu 70 Prozent des Index).

MSCI Asia Ex Japan High Dividend Yield: Wie der Name schon sagt, fokussiert sich dieser Index auf die Aktien mit der größten Dividende. Hier sind nur 132 Einzeltitel versammelt, am stärksten vertreten sind China, Singapur und Hongkong. Finanztitel machen den größten Anteil aus (40,3 Prozent). Die Top-10-Titel ergeben zusammen fast 40 Prozent. Dazu gehören unter anderem China Mobile, Taiwan Semiconductors und ICBC. Die Dividendenrendite beträgt 4,3 Prozent – und damit 1,2 Prozent mehr als im kommenden Jahr für die deutschen Standardwerte im Dax erwartet wird.

MSCI AC Far East ex Japan Small: Fast 1.500 Nebenwerte aus Hongkong, Singapur, China, Indonesien, Südkorea, Malaysia, Philippinen, Taiwan und Thailand. Im Unterschied zu den anderen Indizes haben Finanztitel hier ein geringeres Gewicht. Dafür wiegen etwa Industriewerte und zyklischen Konsumgüter schwerer. Kein Unternehmen ist mit mehr als 0,7 Prozent im Index vertreten.

Wer folgt wem

Mit 78 Basispunkten an jährlichen Management-Kosten ist der Julius Bär Smart Equity ETF Asia der teuerste ETF der Morningstar-Auswahl. Der aktiv verwaltete ETF ist 22,5 Millionen Euro schwer und legt seinen Schwerpunkt auf China (24,1 Prozent). 37 Prozent des ETFs machen Finanztitel aus.

Etwas preiswerter ist der größte ETF der Auswahl. Der iShares MSCI AC Far East ex-Japan folgt dem MSCI AC Far East Ex Japan und hat ein vergleichsweise riesiges Volumen von zwei Milliarden Euro. Er ist zudem einer der ältesten Asien-ETFs, im Oktober 2015 feiert er sein 10-jähriges Bestehen. Jährlich kostet er den Anleger 74 Basispunkte.

Auch die zwei ETFs der Deutschen Bank sind nicht für lau zu haben: Der db x-trackers MSCI Ac ex Japan und der db x-trackers MSCI EM Asia kosten jährlich 65 Basispunkte. Ihre Wertentwicklung 2014: Mehr als 16 Prozent. Im Vergleich: Der iShares-Oldie hat nur 14 Prozent zugelegt, der Julius Bär-ETF sogar nur 12,4 Prozent. Schaut man auf die 3-Jahres-Performance treffen sich diese ETFs alle relativ ausgeglichen bei mehr als 12 Prozent.

Der günstigste Asien-ETF ist der Amundi ETF MSCI EM Asia. Der 250-Millionen-schwere Fonds schlägt jährlich nur mit 20 Basispunkten zu Buche – und erreicht eine vergleichbare 3-Jahres-Performance wie die teureren ETFs (12,3 Prozent).

Im laufenden Jahr am meisten zulegen konnte der db x-trackers MSCI AC Asia Ex Japan High Dividend Yield. Mit 19,4 Prozent erreicht der vergleichsweise leichte ETF (4 Millionen Euro Vermögen) die beste Performance 2014.

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