Auszeichnung Morningstar Fund Awards 2016. Foto: © 2016 Morningstar

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Morningstar

Fonds-Ratings mit geringer Aussagekraft

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Bei der diesjährigen Investment Conference der Rating-Agentur Morningstar in Chicago ging es um die Zukunft des aktiven Fondsmanagements, berichtet die Tageszeitung Financial Times. Die Konkurrenz der passiven Indexprodukte erfreuten sich nämlich zunehmender Beliebtheit der Anleger.

Ein Grund dafür sei die fehlende Outperformance vieler Fondsmanager gegenüber ihrer Benchmark. Dieses Manko der Manager haben die beiden Morningstar-Analysten Alex Bryan und James Li erst in einer aktuellen Studie zu US-Investmentsfonds für Betrachtungszeiträume zwischen einem und zehn Jahren nachgewiesen.

Und auch die aktiv verwalteten Fondsportfolios derjenigen Manager, die ihren Vergleichsindex schlagen konnten, bereiteten Anlegern in den Folgejahren selten Freude. Der Grund: Ihre Erfolge können die Geldverwalter nämlich nur in seltenen Fällen wiederholen.

„Ratings Teil des Problems“

Trotzdem spiegeln sich die Outperformance-Erfolge der Vergangenheit in den Fondsbewertungen der Rating-Agenturen wider. So gehen in die Sterne-Ratings von Morningstar die jeweiligen Renditen in den vorhergehenden drei bis zehn Jahren im Vergleich zu ihrer Peergroup ein.

Die Folge: Produkte mit den Top-Ratings von vier oder fünf Sternen sammeln den Großteil der Nettomittelflüsse der Investoren ein. Damit sei Morningstar Teil des Problems, das viele Anbieter aktiv gemanagter Fonds haben, so das selbstkritische Fazit der Gastgeber.

Denn die mit den guten Ratings der Fonds geweckten Erwartungen der Anleger würden häufig enttäuscht. Da Morningstar dies wisse sei neben den Berichten von Analysten wie Bryan und Li auch das zweite Morningstar-Kriterium „Analyst Rating“ zu beachten: In den Abstufungen Gold, Silber und Bronze bewertet es geringe Fondsgebühren und die Erfahrung des Managers.

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