So hat sich das neue Fondsrating von Morningstar bisher ausgewirkt
Auch prominente Fonds betroffenSohatsichdasneueFondsratingvonMorningstarbisherausgewirkt
Morningstar hat Ende Oktober sein Rating-System umgestellt. DAS INVESTMENT hat beim Analysehaus nachgefragt, welche Folgen das bisher hatte - auch prominente Namen sind betroffen.
Insgesamt vergibt Morningstar Medalist Ratings weltweit für fast 200.000 verwaltete Anlagevehikel. Durch die Anpassung kam es bei etwa 15 Prozent der weltweit bewerteten Investmentvehikel zu einer Ratingänderung – das sind rund 26.000 Anteilsklassen| Bildquelle: Birte Penshorn mit Midjourney
Gold, Silber, Bronze, Neutral und Negativ – das sind die Einstufungen im Morningstar Medalist-Rating. Das ist auch nach der Umstellung so geblieben. Damit soll der Mehrwert eingeschätzt werden, den ein Fonds vor Gebühren im Vergleich zu seiner Benchmark generieren kann.
Gestartet wurde mit den algorithmisch bewerteten Fonds, hier hat die vollständige Umsetzung bereits zum 29. Oktober stattgefunden. Die von Analysten bewerteten Fonds werden schrittweise über ein Jahr während regulärer Überprüfungen angepasst.
Bisher wurden 23.000 in Europa zugelassene Fonds umgestellt, hier verbleiben nun noch etwa 1.500 Fonds mit den dazugehörigen Anteilsklassen, die in den nächsten zwölf Monaten umgestellt werden, so das Analysehaus gegenüber DAS INVESTMENT.
Insgesamt vergibt Morningstar Medalist Ratings weltweit für fast 200.000 verwaltete Anlagevehikel. Durch die Anpassung kam es bei etwa 15 Prozent der weltweit bewerteten Investmentvehikel zu einer Ratingänderung – das sind rund 26.000 Anteilsklassen. Größenteils seien dies Herabstufungen. In den kommenden zwölf Monaten erwartet das Analysehaus bei weiteren 3 Prozent eine Ratingänderung. Dabei sind mit Gold, Silber und Bronze bewertete Fonds stärker betroffen als diejenigen mit einer neutralen oder negativen Bewertung.
Einzelne Daten, wie viele europäische Fonds neu eingestuft beziehungsweise herab- oder heraufgestuft, hat Morningstar nicht vorliegen, wie es auf Nachfrage hieß – aber die Proportionen seien ähnlich.
Insgesamt kommt es bei den von Analysten bewerteten Fonds häufiger zu Änderungen als bei Fonds, die durch den Algorithmus bewertet werden. Das liege daran, dass sich Analystenratings auf Fonds konzentrieren, die ein positives Rating haben. Denn nun sei die Hürde für ein solches höher als zuvor und der Anteil neutraler und negativer Ratings steige damit, so die Auskunft des Analysehauses.
Dabei sind Aktien- und Mischfonds stärker betroffen als Anleihefonds. So hat es bei rund 21 Prozent der bewerteten Aktienfonds eine Veränderung gegeben – bei den Anleihefonds waren nur 12 Prozent betroffen.
Die Ratings erfolgen dabei immer für einzelne Anteilsklassen, denn es werden jeweils die spezifischen Gebühren berücksichtigt. Teurere Anteilsklassen erhalten tendenziell ein geringeres Rating. Das bedeutet auch, dass nicht alle Anteilsklassen von einer Veränderung betroffen sein müssen.
So hat sich die Veränderung des Bewertungssystems beispielsweise auf den Acatis Value Event Fondsausgewirkt:
Beide Fonds werden durch einen Algorithmus automatisch bewertet. Da sich deren Process- und People Pillar-Ratings nicht geändert haben, könne man davon ausgehen, dass diese Herabstufungen jeweils auf das neue Bewertungssystem zurückzuführen sind, hieß es auf Nachfrage von Morningstar.
Bei den Fonds, die durch Analysten bewertet werden, gebe es derzeit noch kein passendes Beispiel.
Hintergrund für die Umstellung des Ratings
An der bisherigen Methode hattes es anhaltend Kritik gegeben: Denn selbst hochbewertete Fonds konnten oft nicht konsistent ihre Vergleichsindizes schlagen. Durch die Verschärfung der Kriterien soll das Rating nun aussagekräftiger sein und Anlegern damit eine zuverlässigere Entscheidungsgrundlage bieten.
Bisher wurde hier auf historische Streuung gesetzt, nun sollen stärker die Wahrscheinlichkeit und das Ausmaß positiver Wertschöpfung berücksichtigt werden.
Birte Penshorn ist seit September 2023 Redakteurin bei DAS INVESTMENT. Zuvor war sie zuletzt Chefredakteurin eines B2B-Wirtschaftsmagazins für die Bauwirtschaft.
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