Allen Unkenrufen zum Trotz erzielen MSCI World ETFs seit Jahren überzeugende Renditen. Vor allem der vom Branchenprimus Blackrock erfreut sich großer Beliebtheit. Der im September 2009 aufgelegte, ausschüttende iShares Core MSCI World ETF (ISIN: IE00B4L5Y983) bildet die Wertentwicklung des internationalen Aktienindex MSCI World physisch optimiert ab.

Der Index selbst enthält die größten Unternehmen aus 23 Industrieländern und gewichtet diese nach ihrer Marktkapitalisierung. Im abgelaufenen Jahr 2024 legte der MSCI-World-Index in seiner Basiswährung US-Dollar um rund 19 Prozent an Wert zu. Hierzulande konnten sich Anleger, die in einen der beliebten MSCI World ETFs investierten, sogar über einen Wertzuwachs von 26 Prozent freuen. Da der US-Dollar gegenüber dem Euro um gut 6 Prozent an Wert zulegte, profitierten Euro-Anleger neben der Aktienkursentwicklung auch von Währungsgewinnen.

Über drei Jahre beträgt der Wertzuwachs des thesaurierenden iShares Core MSCI World ETF 42 Prozent, das entspricht einer jährlichen Wertsteigerung um 12,4 Prozent. Über die vergangenen fünf Jahre wurden sogar jährlich rund 13,6 Prozent Rendite erzielt, bei einem gesamten Wertzuwachs von gut 89 Prozent. Und auch über zehn Jahre weiß der weltweit investierende Aktien-ETF mit einem Wertzuwachs von rund 198 Prozent zu überzeugen, das entspricht 11,5 Prozent Wertzuwachs pro Jahr.

 

Mit 1.395 Unternehmen spiegelt der MSCI World Index rund 85 Prozent der weltweiten Marktkapitalisierung der Industrieländer wider und wird daher vielfach auch als Aktien-Benchmark für globale Aktienanlagen genutzt. Die Gesamtkostenquote (TER) ist zwar nicht die günstigste unter den angebotenen MSCI World ETFs, beträgt jedoch moderate 0,20 Prozent pro Jahr.

Steigerung des Fondsvolumens um 3.800 Prozent

Im Januar 2015 betrug das Fondsvolumen des in Irland aufgelegten ETF gerade einmal 2,5 Milliarden Euro. Inzwischen ist das Fondsvolumen um 3.800 Prozent auf über 93 Milliarden Euro angewachsen. Damit ist der ETF zum zweitgrößten auf dem europäischen Markt aufgestiegen.

Lediglich der ebenfalls vom Anbieter Blackrock aufgelegte iShares Core S&P 500 ETF (IE00B5BMR087) kann mit mehr als 100 Milliarden Euro ein noch größeres Fondsvolumen aufweisen. Neben privaten und professionellen Anlegern, die den MSCI World ETF in den Mittelpunkt ihrer Vermögensallokation gestellt haben, tragen auch ETF-Sparpläne immer mehr zu dem starken Wachstum bei. Branchenkennern zufolge ist die Anzahl der ETF-Sparpläne in Deutschland inzwischen auf mehr als 4 Millionen angestiegen.

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Magnificent Seven sind Treiber der Performance

Als Treiber der beeindruckenden Performance des MSCI World ETFs ist im Wesentlichen die Kursentwicklung der US-Aktienmärkte auszumachen. Dabei haben die sieben großen Tech-Konzerne (Apple, Nvidia, Microsoft, Alphabet, Amazon, Meta und Tesla), auch als Magnificent Seven bekannt, den Wertzuwachs in den vergangenen Jahren maßgeblich beeinflusst. Mit einem Anteil von 27 Prozent dominieren Technologietitel derzeit auch die Sektor-Allokation, gefolgt von Finanztiteln und zyklischen Konsumgütern.

 

Bedenkliches Ungleichgewicht

Die enormen Kurszuwächse bei den großen US-Technologietiteln haben jedoch auch zu einem bedenklichen Ungleichgewicht in allen MSCI World ETFs inklusive dem von iShares geführt. Denn die weltweit größten Unternehmen werden anhand ihrer Marktkapitalisierung gewichtet. So verfügen US-Aktien derzeit über ein Gewicht von rund 74 Prozent, gefolgt von Japan mit 5 Prozent und Großbritannien mit 3,5 Prozent. Der Anteil deutscher Aktien ist derweil auf mickrige 2,2 Prozent gesunken, was der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt wohl kaum gerecht wird.

Aufgrund der atemberaubenden Marktkapitalisierung der dominanten US-Unternehmen bleibt europäischen und asiatischen Unternehmen derzeit nur noch eine unbedeutende Nebenrolle. Da der MSCI World Index ausschließlich Unternehmen aus den etablierten Industrieländern enthält, spielen auch Unternehmen aus den Schwellenländern keine Rolle.

Vorsicht vor dem Klumpenrisiko

Die deutliche Übergewichtung von US-Aktien bringt nicht nur ein Ungleichgewicht im Index und den daran ausgerichteten ETFs mit sich, vielmehr hat es bei Anlegern, die ausschließlich in MSCI World ETFs investieren, zu einem ganz großen Klumpenrisiko in deren Portfolio geführt. Um ein Anlageportfolio mit ETFs robust auf verschiedene Marktszenarien hin auszurichten, braucht es Diversifikation und weit mehr als nur einen oder mehrere MSCI World ETFs. Anlegerinnen und Anleger sind daher gut beraten, neben den beliebten MSCI World ETFs auch einen Blick auf Aktien-ETFs zu werfen, die einen Fokus auf Unternehmen aus anderen Wirtschaftsräumen wie Europa und Asien bieten.