Müsste sich besser auskennen Was Menschen vom Kapitalmarkt fernhält
Man sollte sich mit dem Thema Finanzen besser auskennen und außerdem mehr Geld auf der hohen Kante haben – diese beiden Gründe bezeichnen Verbraucher als die Haupthindernisse, die sie davon abhalten, Geld am Kapitalmarkt zu investieren. Gefragt hatte die Fondsgesellschaft J.P. Morgan Asset Management. Angesichts der Corona-Pandemie wollte man dort wissen, ob sich unter den gegenwärtigen Bedingungen das allgemeine Spar- und Anlageverhalten in Deutschland ändert. Entsprechend hat J.P. Morgan die Umfrage auch mit „Krisenbarometer“ betitelt.
Das beliebteste Geldvehikel – hier hat JP Morgan nichts Neues zutage gefördert – ist weiterhin das Sparbuch, gefolgt von Lebens- oder Rentenversicherungen und dem Tages- oder Festgeldkonto.
Knapp die Hälfte der Befragten spart zwar Geld, legt es jedoch bislang nicht am Kapitalmarkt an. Immerhin 37 Prozent bezeichnen sich allerdings auch als Anleger. Damit ist der Anteil von Anlegern in den vergangenen beiden Jahren in die Höhe geschossen, und das sogar sehr beachtlich, resümieren die Studienautoren. Denn gegenüber den aktuellen 37 Prozent waren in einer ehemaligen Befragung 2018 lediglich 21 Prozent der Teilnehmer am Kapitalmarkt engagiert. Ob der Anstieg auf die Corona-Krise zurückzuführen ist, lässt sich der Studie nicht entnehmen.
Haupthinderungsgründe, die Menschen von der Geldanlage abhält, sind neben den fehlenden Mitteln und dem mangelnden Wissen auch die Angst vor Schwankungen am Markt, die den Wert von Anlagen mal in die Höhe, aber durchaus auch mal in den Keller schicken können.
Die Studienautoren stellten die Frage jedoch auch andersherum: Nicht nur „was hindert Sie“, sondern auch „was könnte Sie zur Geldanlage motivieren“, wollten sie wissen. Hier steht interessanterweise das Finanzwissen ganz deutlich an erster Stelle der Motivatoren.
Und die Rolle von Finanzberatung? Jeder dritte Befragte meint, keine solche Beratung zu benötigen. Einer von fünf Befragten sagt allerdings auch, dass er zwar nicht generell beraten, in Krisenzeiten allerdings doch gern temporäre Unterstützung erhalten würde.
Im Rahmen der Umfrage gaben zwischen dem 29. April und dem 13. Mai 2020 insgesamt 1.942 hiesige Erwachsene Auskunft über ihr Spar- und Anlageverhalten.

