Multi-Asset mit ETFs Trend trifft Trend

Weltkugel und Binärcode (Symbolbild). Im Jahr 2025 werden weltweit rund 163 Zettabyte (eine Zahl mit 21 Nullen) an Daten generiert. | © Pixabay

Weltkugel und Binärcode (Symbolbild). Im Jahr 2025 werden weltweit rund 163 Zettabyte (eine Zahl mit 21 Nullen) an Daten generiert. Foto: Pixabay

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2017 sind Exchange Traded Funds, kurz ETFs, noch einmal voll durchgestartet. Nach den Erhebungen von BlackRock sind im vergangenen Jahr global 638 Milliarden US-Dollar in börsengehandelte Produkte (ETPs) geflossen, dazu zählen neben den Fonds auch Exchange Traded Notes und Exchange Traded Commodities. Die Zahl markiert einen neuen Jahresrekord – einen sehr deutlichen: Der bisherige Rekordzufluss aus 2016 wurde um satte 67 Prozent übertroffen. Auch 2018 kann vielleicht kein Rekordjahr, aber doch ein sehr starkes ETF-Jahr werden. Bis Ende Mai lagen die Zuflüsse trotz der unruhigen Kapitalmärkte bei gut 204 Milliarden Dollar.

Vor allem die im Vergleich zu aktiven Mandaten geringen Kosten dürften die Investoren weiter in die Indexfonds treiben. Bei mageren Renditen zählt jeder Basispunkt. Aber auch die Transparenz und Einfachheit der Produkte sind Argumente für ETFs. Diese Vorzüge werden inzwischen nicht mehr nur in den USA, dem Ursprungsland des ETF, geschätzt, auch in Europa sind die Index-Tracker auf dem Vormarsch (siehe Grafik ). Ende Mai waren 837 Milliarden Dollar in Europa gelisteten Produkten investiert, und damit knapp ein Fünftel der fast 5 Billionen Dollar weltweit. 2017 war mit Zuflüssen von 95 Milliarden Dollar auch in Europa ein Ausnahmejahr. In Deutschland sind laut Fondsverband BVI mittlerweile 13 Prozent des Publikumsfondsvermögens in ETFs investiert. 

                                         Quelle: BlackRock

Am xtf-Segment der Deutschen Börse sind mittlerweile mehr als 1.200 ETFs gelistet. Aber nicht nur die Zahl steigt unaufhörlich, auch die Vielfalt der Produkte und Anbieter nimmt zu. Zwar verschwinden durch Aufkäufe und Fusionen immer wieder Anbieter vom deutschen Markt, aber es kommen auch neue hinzu. Immer mehr Fondsgesellschaften, bei denen bislang das aktive Management klar im Vordergrund stand, wollen sich den starken Trend nicht entgehen lassen.

Das Produktangebot konzentrierte sich dabei lange vor allem auf die Aktienmärkte. In den vergangenen Jahren haben ETFs aber auch die Anleihewelt erobert. Mittlerweile ist weltweit jeder sechste ETF-Dollar an den Rentenmärkten investiert. Im Aktienbereich dominieren weiterhin die großen Standardindizes, Smart-Beta-Produkte gewinnen jedoch zunehmend an Beliebtheit.

Die Vielfalt der Produktpalette hat allerdings auch ihre Schattenseiten für Anleger. Wer beispielsweise in europäische Aktien investieren will, muss sich viele Fragen stellen: Soll es der Euro Stoxx 50 sein, der MSCI Europe oder lieber der Stoxx 600? Oder gar ein Smart-Beta-Produkt auf einen Europa-Index?

Hinzu kommt die Asset-Allokation: Es scheint weitgehend Einigkeit zu herrschen, dass ein gut gestreutes Portfolio über mehrere Asset-Klassen der beste Weg zum Anlageerfolg ist – und dass die Streuung am besten in professionellen Händen aufgehoben ist. Diese Erkenntnis spiegelt sich im Siegeszug der Multi-Asset-Fonds wider. Wie schon in den Vorjahren stehen auch 2018 Mischfonds in der Anlegergunst ganz oben, wie die BVI-Zahlen belegen (siehe Grafik). Aktiv gemanagte Multi-Asset-Fonds und passive ETFs sind dabei kein Widerspruch, sondern ergänzen sich bestens. Die ETF-Anbieter liefern die kostengünstigen Bausteine, die aktiven Assetmanager die strategische und taktische Asset-Allokation – und fertig ist der Multi-Asset-Fonds auf ETF-Basis. Dass hier der aktive Teil nicht gleich zu einer Kostenexplosion führen muss, zeigen die Black- Rock Managed Index Portfolios.

                                         Quelle: BVI