Multi-Faktor-Fonds Franklin Templeton und CSAM setzen auf Smart Beta

Börsenparkett in Frankfurt: Fondsanleger können mit neuen ETFs auf aussichtsreiche Aktien Asiens und Europas setzen. | © Deutsche Börse AG

Börsenparkett in Frankfurt: Fondsanleger können mit neuen ETFs auf aussichtsreiche Aktien Asiens und Europas setzen. Foto: Deutsche Börse AG

Die Deutsche Börse berichtet aktuell von einem neuen Exchange Traded Fund (ETF) des US-Fondsanbieters Franklin Templeton Investments, der ab sofort im elektronischen Xetra-Handel und an der Börse Frankfurt handelbar ist. Mit dem Franklin Liberty Q AC Asia ex Japan (ISIN: IE00BFWXDV39) profitieren Anleger von der Wertentwicklung großer und mittelgroßer Unternehmen aus Asien – mit Ausnahme Japans.

Die Auswahl der ungefähr 150 Aktien des ETFs basiert auf den vier Faktoren Qualität, Wertpotenzial, Dynamik und niedrige Volatilität. Eine ähnliche Multi-Faktor-Strategie, die Value-Investing mit den Auswahlkriterien Momentum und Volatilität kombiniert, verfolgt auch ein weiteres neues Produkt der ETF-Plattform Franklin Libertyshares, das in den vergangenen Tagen ebenfalls an der Deutschen Börse gelistet wurde.

Hochwertige Aktien günstig bewertet

Caroline Baron, Franklin Templeton

„Für unser Multi-Faktor-Modell konzentrieren wir uns auf qualitativ hochwertige Unternehmen, die zugleich attraktiv bewertet sind“, erklärt Caroline Baron, die bei Franklin Templeton Investments den ETF-Vertrieb in der Region Europa und Naher Osten leitet. „Der Faktor Momentum hilft uns dabei, sogenannte Value-Fallen zu vermeiden und der Faktor Volatilität soll das Portfolio vor fallenden Märkten schützen.“

Der Franklin Liberty Q European Equity (ISIN: IE00BFWXDW46) ist inzwischen der siebte Smart-Beta-ETF des US-Fondsanbieters am deutschen Markt und setzt dieses Konzept für Large- und Mid-Caps aus Europa um. Dazu bildet der Fonds den Liberty Q Europe Equity Index ab. Dieser besteht aus rund 115 Aktien des MSCI Europe, die das Fondsmanagement auf Basis ihres Multi-Faktor-Modells auswählt.

Index kombiniert 7 Renditequellen

Die Multi-Faktor-ETFs für asiatische beziehungsweise europäische Aktien weisen laufende Kosten von 0,40 beziehungsweise 0,25 Prozent aus. 0,45 Prozent sind es dagegen beim CSIF (Lux) Equity Euro Stoxx Multi Premia (ISIN: LU1865131772), einem neuen Multi-Faktor-Indexfonds der Credit Suisse Asset Management (CSAM). Noch bis zum 27. August 2019 werden allerdings lediglich 0,30 Prozent fällig.

Dieser ETF soll nach Unternehmensangaben „die Vorteile des passiven und des aktiven Anlegens vereinen“ und bildet dazu den etwa 300 Einzeltitel umfassenden Euro Stoxx Multi Premia Index ab. Dieser kombiniert Faktoren, die sich drei Gruppen zuordnen lassen: Prozyklische Faktoren (Momentum, Residual Momentum), antizyklische Faktoren (Value, Size, Reversal) und defensive Faktoren (Low Risk, Quality).

Breite Streuung plus Überrendite

Der physisch replizierte Index vereint sieben Teilindizes der Reihe Euro Stoxx Single Premia, die jeweils die 100 besten Titel für ihre Einzelstrategie beinhalten. „Die unterschiedlichen Renditen der einzelnen Faktoren können in verschiedenen Marktphasen ein hohes Diversifikationspotenzial mit sich bringen, woraus sich Chancen für eine Überrendite ergeben“, heißt es hierzu vom verantwortlichen CSAM-Bereich Index Solutions.

Der neue ETF erlaube damit „eine breit diversifizierte Partizipation an der Marktentwicklung sowie an zusätzlichen sieben, wissenschaftlich bewährten Renditequellen und eignet sich dadurch als idealer Ersatz für eine Kernanlage in europäische Aktien“. Die Methodologie wurde von Finreon, einem Spin-Off der Universität St. Gallen, Schweiz, entwickelt. Wie bei den zwei Franklin-Templeton-Fonds werden alle Erträge thesauriert.