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Investmentstile Multi-Faktor-Strategie im Praxistest

Bernhard Arnault, CEO des Luxusgüterkonzerns LVMH, spricht auf der Hauptversammlung des mit über 400 Milliarden Euro Marktkapitalisierung wertvollsten Unternehmens Europas
Bernhard Arnault, CEO des Luxusgüterkonzerns LVMH, spricht auf der Hauptversammlung des mit über 400 Milliarden Euro Marktkapitalisierung wertvollsten Unternehmens Europas: Zur Entwicklung ihres Multi-Faktor-Ansatzes analysierten Habbel, Pohlig & Partner die 300 größten europäischen Unternehmen. | Foto: Imago Images / ABACAPRESS

Nicht alle Eier in einen Korb legen, lautet eine alte Börsenweisheit. Sie besagt, dass sich durch die Streuung der Kapitalanlage über unterschiedliche Assetklassen das Portfoliorisiko signifikant reduzieren lässt. Der auch als Diversifikationseffekt bekannte Sachverhalt hat nicht nur auf Ebene der Assetklassen, sondern auch auf der Ebene der Anlagestile Bestand. Verteilen Anleger ihr Vermögen zum Beispiel auf einen guten Value- und einen guten Growth-Manager, lassen sich Durststecken des einen Stils durch zeitgleich gute Phasen des anderen kompensieren.

Im systematischen Portfolio Management sind Stile mit Faktoren gleichzusetzen. Wird nicht nur ein Faktor, sondern werden mehrere Faktoren im Auswahlprozess berücksichtigt, spricht man von sogenannten Multi-Faktor-Strategien. Das Ziel von Multi-Faktor-Ansätzen ist eine Reduktion des Risikos der Strategie, aber auch eine Stabilisierung und Steigerung der Rendite. Dass sich diese positiven Effekte über längere Zeit tatsächlich einstellen können, wollen wir durch die Kombination von zwei simpel konstruierten Faktoren (High-Momentum und Low-Risk) darstellen.

Die Simulation der Einzelstrategien

Das Anlageuniversum stellt die etwa dreihundert größten Werte der Eurozone dar. Das High Momentum-Portfolio bestücken wir mit den zehn Prozent an Titeln, die in den vergangenen zwölf Monaten die höchste Wertsteigerung erzielt haben. Das Low-Risk-Portfolio hingegen wird mit den zehn Prozent schwankungsärmsten Titeln, gemessen an der Volatilität der letzten zwölf Monate, besetzt. Seit Ende 2002 wurden die Portfolios quartalsweise neu bestückt.

Die Konstruktion der Faktoren wurde zwecks Nachvollziehbarkeit, mit jeweils nur einer simplen Selektionskennzahl, bewusst einfach gestaltet. In der Praxis bestehen einzelne Faktoren meist aus mehreren Kennzahlen, die zum Teil deutlich komplexerer Natur sind.

 

Sowohl der Momentum-Faktor, als auch der Low-Risk-Faktor erzielen im Zeitablauf einen deutlichen Mehrwert gegenüber des breiten marktkapitalisierten Anlageuniversums. Die risikoadjustierten Renditen sind beim Momentum-Faktor und beim Low-Risk-Faktor wesentlich höher als die des Vergleichsindex. Die Korrelation der relativen Renditen ist nicht sehr hoch und eröffnet das Potential einen deutlichen Diversifikationseffekt durch Kombination beider Faktoren zu erzielen.

Multi-Faktor ist nicht gleich Multi-Faktor

Simple Multi-Faktor-Strategien, die oft im passiven Bereich verwendet werden, behandeln die einzelnen Faktoren wie Subportfolios, die anteilig gewichtet werden. Die Konstruktion ähnelt der eines Dachfonds, bestehend aus mehreren Zielfonds. Für unsere Berechnung gewichten wir die beiden Faktoren gleich.

Fortschrittlichere Verfahren hingegen betrachten Faktoren nicht einzeln, sondern setzen diese in Interaktion zueinander (siehe Grafik 1). Diese Vorgehensweise erhöht den Erwartungswert noch einmal signifikant. Es erhalten nur noch Titel Einzug ins Portfolio, die ganzheitlich unter beiden Faktoren attraktiv erscheinen. Durch die Interaktion lassen sich auch Fallstricke umgehen, kommen doch in unserem Beispiel keine Momentum-Titel mit zu hohem Risiko, oder aber auch keine Low-Risk-Titel mit zu schlechter Kursentwicklung im Portfolio vor.

Grafik 1: Interaktion erhöht den Erwartungswert
Die rote Fläche stellt annäherungsweise die zehn Prozent ganzheitlich besten Titel des Universums nach Low-Risk und High-Momentum dar.

Der Mehrwert fortschrittlicher Multi-Faktor-Strategien

Die risikoadjustierte Performance der simplen Multi-Faktor-Strategie ist durch den hohen Portfoliodiversifikationseffekt höher als der Mittelwert der risikoadjustierten Performance der einzelnen Faktoren. Die Performance ist, wie zu erwarten, etwa der Durchschnitt der Sub-Faktoren, während das Risiko deutlich unter dem der einzelnen Komponenten liegt. Es wird also mit der Kombination der beiden Faktoren ein Mehrwert erzielt (siehe Grafik 2).

Grafik 2: Vorteile durch den Multi-Faktor-Ansatz
Simulation der Ergebnisse unterschiedlicher Anlagestrategien

Die fortschrittliche Multi-Faktor-Strategie erzielt hingegen eine deutlich höhere Performance bei vergleichbarem Risiko. Sie ist der herkömmlichen Strategie überlegen und erzielt die höchste risikoadjustierte Rendite in unserer Simulation (siehe Grafik 3).

Grafik 3: Höhere Performance bei vergleichbarem Risiko
Performance und Risikokennzahlen der verschiedenen Anlagestile im Überblick

Der spezielle Ansatz von HP&P

Das Beispiel zeigt, wie vielfältig systematische Ansätze sein können und es sich lohnt, einen zweiten Blick hinter die Kulissen zu wagen. Bei unserer hauseigenen HP&P-Multi-Faktor-Strategie setzen wir nicht nur zwei, sondern ganze fünf Faktoren (unter anderem Qualität, Momentum, Low-Risk, Aktienrückkäufe und Ratings) in Interaktion. Die einzelnen Faktoren setzen sich wiederum aus bis zu vier Subkennzahlen zusammen und erhöhen noch einmal die Diversifikation. So erhalten wir mit unserem Ansatz wesentlich höhere Trefferquoten und Erwartungswerte gegenüber herkömmlichen Verfahren.

 

Disclaimer:

Die Angaben dienen ausschließlich Marketing- und Informationszwecken und stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Fondsanteilen dar. Das Sondervermögen weist auf Grund seiner Zusammensetzung und seiner Anlagepolitik ein nicht auszuschließendes Risiko erhöhter Volatilität auf, d.h. in kurzen Zeiträumen nach oben oder unten stark schwankender Anteilpreise. Alleinige Grundlage für den Anteilerwerb sind die Verkaufsunterlagen (Basisinformationsblatt, Verkaufsprospekt, Jahres- und Halbjahresbericht) zum Investmentvermögen. Verkaufsunterlagen zu allen Investmentvermögen der Universal-Investment sind kostenlos bei Ihrem Berater / Vermittler, der zuständigen Verwahrstelle / Depotbank oder bei Universal-Investment unter www.universal-investment.com erhältlich. Eine Zusammenfassung Ihrer Anlegerrechte in deutscher Sprache finden Sie auf www.universal-investment.com/media/document/Anlegerrechte. Zudem weisen wir darauf hin, dass Universal-Investment bei Fonds für die sie als Verwaltungsgesellschaft Vorkehrungen für den Vertrieb der Fondsanteile in EU-Mitgliedstaaten getroffen hat, beschließen kann, diese gemäß Artikel 93a der Richtlinie 2009/65/EG und Artikel 32a der Richtlinie 2011/61/EU, insbesondere also mit Abgabe eines Pauschalangebots zum Rückkauf oder zur Rücknahme sämtlicher entsprechender Anteile, die von Anlegern in dem entsprechenden Mitgliedstaat gehalten werden, aufzuheben. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Ermittlung der Wertentwicklung erfolgt nach der BVI-Methode (ohne Berücksichtigung von Ausgabeaufschlägen). Bei einem Anlagebetrag von EUR 1.000,00 über eine Anlageperiode von fünf Jahren und einem Ausgabeaufschlag von 5 Prozent würde sich das Anlageergebnis im ersten Jahr um den Ausgabeaufschlag in Höhe von EUR 50,00 sowie um zusätzlich individuell anfallende Depotkosten vermindern. In den Folgejahren kann sich das Anlageergebnis zudem um individuell anfallenden Depotkosten vermindern. Die Performance wird anhand der BVI Methode ermittelt. Die Fondsperformance gemäß BVI-Methode ist die prozentuale Änderung des Anteilswertes zwischen Beginn und Ende des Berechnungszeitraums. Dabei wird von der Wiederanlage evtl. Ausschüttungen ausgegangen.

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