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Musterdepot-Kommentar Einen Gang zurückschalten – auch wenn’s schwerfällt

Die Märkte haben bekommen, was sie wollten. Mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit kürten Frankreichs Wähler Emmanuel Macron am 7. Mai zu ihrem neuen Präsidenten, der Rechtspopulistin Marine Le Pen blieb letztlich keine Chance.

Obwohl die Kurse bereits nach dem ersten Wahlgang am 23. April stark anzogen, bleiben viele Fondsmanager in Kauflaune und favorisieren dabei vor allem europäische Aktien. „Wir gehen davon aus, dass sich der Aufwärtstrend weiter fortsetzt“, sagt etwa Nicholette MacDonald-Brown, Managerin des Schroder European Large Cap. „Wir haben das Wahlergebnis als Anlass genommen, Europas Aktien auf Übergewichten hochzustufen“, assistiert Britta Weidenbach, Leiterin globale Aktien bei Deutsche Asset Management und Managerin des DWS Top Europe.

Doch es gibt auch nachdenklichere Stimmen. So erinnert Philippe Brugère-Trélat daran, dass sich Macron als Polit-Neuling zwischen vielen Fronten bewegt. Zudem geht der Manager des Franklin Mutual European davon aus, dass die im Juni stattfindenden Parlamentswahlen in Frankreich zu einem weitgehend zersplitterten Parlament führen werden. Brugère-Trélat: „Macron wird mit allen Seiten verhandeln müssen, um seine geplanten Reformen durchzusetzen.“

Hinzu kommt, dass sich die Welt nicht allein um den Pariser Eiffelturm dreht. Global betrachtet droht den Finanzmärkten in den folgenden Monaten so manche Gefahr – angefangen von steigenden Zinsen über die mittlerweile sehr hohen Bewertungen an der Wall Street bis hin zu politischen Gefahrenherden wie Nordkorea. Thomas von Koch, Leiter der schwedischen Private-Equity-Gesellschaft EQT Partners, wählt für diese Gemengelage folgendes Bild: "Es gibt eine Tornado-Warnung und wir befinden uns in der Prärie im Mittleren Westen der USA. Wir müssen darauf vorbereitet sein, dass es uns trifft."

Eher ungemütliche Zeiten erwartet auch Michael Friebe. „Seit Beginn der aktuellen Hausse hat der S&P 500 um 249 Prozent zugelegt und der Nasdaq 100 um 420 Prozent“, bilanziert der Partner der Münchner Vermögensverwaltung Value Asset Management. Wie lange das noch so weitergehe, wisse er nicht. Eines könne er aber mit Gewissheit sagen: "Umso teurer ein Markt ist, desto spekulativer ist er."

Betrachtet Friebe Details wie den Umstand, dass die fünf größten US-Aktien Apple, Alphabet, Amazon, Microsoft und Facebook mittlerweile auf eine Börsenkapitalisierung von insgesamt 2.700 Milliarden Dollar kommen und die teuerste von ihnen – Amazon – ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 180 aufweist, fühlt er sich unweigerlich in das Jahr 2000 zurückversetzt.

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