Einer der Bremsklötze 2014 im Trend-Musterdepot: der 4-Q-Smart Power

Einer der Bremsklötze 2014 im Trend-Musterdepot: der 4-Q-Smart Power

Musterdepot-Kommentar vom 11. Dezember 2014

In der Geduld liegt die Rendite

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Es hätte so einfach sein können, das Anlagejahr 2014: Eine zehnjährige Bundesanleihe mit einem Kupon von 1,5 Prozent, fällig 2023, brachte in etwas mehr als elf Monaten eine Rendite von fast 12 Prozent. Dazu noch ein ETF auf den MSCI World, der – begünstigt durch den seit Juli kräftig gestiegenen Dollar – 16 Prozent zugelegt hätte (siehe Tops & Flops). Das Ganze 50:50 gemischt macht 14 Prozent. Da sollte es doch für einen gut gemanagten Mischfonds oder ein clever zusammengestelltes Fondsdepot ein Leichtes sein, unter dem Strich auf jeden Fall zweistellig abzuschneiden.

Die Praxis zeigt, dass es ganz so einfach eben doch nicht ist. Denn auch namhafte und teilweise mehrere Milliarden Euro schwere Mischfonds wie der Carmignac Patrimoine (6,94 Prozent), der DWS Concept Kaldemorgen (6,92 Prozent) oder der Acatis Gané Value Event (6,54 Prozent) sind von diesem zu erwartenden Ergebnis ein gutes Stück weit entfernt. Gründe dafür gibt es reichlich: deutlich kürzere Laufzeiten auf der Rentenseite, ein hohes Gewicht in der Heimatwährung Euro oder die Beimischung von Schwellenländer- und Rohstoffaktien und anderen Titeln, die zwar deutlich günstigere Bewertungen aufweisen als die MSCI-World-Schwergewichte Apple und Nestlé, aber an der Börse letztlich nicht so gefragt waren. Künstlerpech.

Mit Ergebnissen von 1,18 bis 4,35 Prozent (Stichtag: 10. Dezember) hinken die Musterdepots von DER FONDS den Erwartungen noch ein Stück weiter hinterher. Auch dort kam einiges zusammen: Neben der im Geldmarktfonds gehaltenen Barreserve AL Trust Euro Cash waren es vor allem der hohe Anteil europäischer Aktienfonds und schwächelnde Bausteine wie der 4-Q-Smart Power, der CS Equity Fund Global Value und die beiden Goldminenfonds Earth Gold Gold Fund UI und Falcon Gold Equity, die ein besseres Abschneiden verhinderten. Im Turnaround-Depot kamen in den vergangenen Wochen noch Verluste des Nordea Norwegian Kroner Reserve hinzu, der vor dem Hintergrund einer überraschenden Leitzinssenkung der norwegischen Zentralbank und des eingebrochenen Ölpreises in die Knie ging.

Der größte Fehler in der jetzigen Situation wäre es jedoch, in hektische Betriebsamkeit zu verfallen und schlecht gelaufene Depot-Bausteine gegen die Gewinner des zu Ende gehenden Jahres auszutauschen. Zwar wird es Ende Januar – der Zeitpunkt, zu dem alle drei Depots traditionell Bilanz ziehen – die eine oder andere Anpassung geben. Die meisten der genannten Fonds werden allerdings eine neue Chance für 2015 erhalten – und die Konstellation 50 Prozent zehnjährige Bundesanleihe und 50 Prozent MSCI World wird angesichts der damit verbundenen Risiken für keines der Depots eine Option sein. Wer sich mit dieser Mischung wohler fühlt, darf es nichtsdestotrotz gerne versuchen. Viel Glück.

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