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Musterdepot-Kommentar vom 22. Januar 2015

Nach Draghis Drogen-Deal: Ein Dutzend neue Depot-Bausteine

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>>Die drei Fonds-Musterdepots von DER FONDS

Oliver Stock hat eine klare Meinung zum jüngsten Coup der EZB. In einem aktuellen Kommentar geht der Chefredakteur von Handelsblatt Online hart mit der jüngsten Geldspritze der Frankfurter Notenbanker ins Gericht: Der „kostenlose Stoff für einen Junkie“ verhindere Reformen und mache „uns Europäer“ arm. Andere Kommentatoren urteilen ähnlich drastisch, etwa Oliver Steltzner auf FAZ Online: „Mit diesem Beschluss beerdigt Europas mächtigste Behörde in eigener Machtvollkommenheit die Prinzipien der Währungsunion.“

Die Statements von Fondsmanagern, die nach dem EZB-Beschluss im Minutentakt die Informationskanäle fluten, fallen naturgemäß deutlich freundlicher aus. „Die Anleihe-Aufkäufe sollten langfristig eine positive Wirkung haben, weil sie die Kreditvergabe stimulieren und damit das Wirtschaftswachstum unterstützen“, meint etwa Alberto Chiandetti von Fidelity. Michael Browne von Martin Currie wiederum betont in erster Linie die positiven Auswirkungen der Geldspritze auf die Aktienmärkte.

Unabhängig davon, ob Mario Draghi nun – um mit den Worten von Handelsblatt-Kommentator Stock zu sprechen – ein „Teufelskerl“ oder „des Teufels“ ist: Die Marschrichtung der EZB steht, und sie hat Konsequenzen für jeden Anleger: Erstens: Zumindest in Europa bleibt der Null- oder sogar Negativzins voraussichtlich noch für lange Zeit ein ständiger Begleiter. Und zweitens: Aktien dürften sich, wenn auch unter stärkeren Schwankungen als in den vergangenen Jahren, tatsächlich deutlich besser entwickeln als Anleihen. Vor diesem Hintergrund nimmt die Redaktion von DER FONDS an den seit Ende 2009 geführten Musterdepots insgesamt zwölf Änderungen vor.

Im Trend-Depot ersetzt der global ausgerichtete 3 Banken Value-Aktienstrategie den Blackrock European Value – dies vor dem Hintergrund, dass Nordamerika- und insbesondere Technologieaktien noch eine ganze Weile besser laufen könnten als europäische Titel und beide Segmente bislang eher untergewichtet waren. Darüber hinaus hat der dem Fonds hinterlegte Kapitalschutz in den vergangenen Jahren recht gut funktioniert.

Die zweite wesentliche Änderung betrifft die Liquiditätsreserve, die bislang ausschließlich im Geldmarktfonds AL Trust Euro Cash gehalten wurde. Dies ergibt im aktuellen Zins-Umfeld nur noch wenig Sinn – zumal der Trend derzeit eindeutig gegen den Euro läuft. Deshalb kommen der DWS US Dollar Reserve und der auf Dänische Kronen lautende Nordea Danish Mortgage Bond neu ins Depot. Zwar ist die Dänenkrone bereits seit der Euro-Einführung fest an die Gemeinschaftswährung gekoppelt, doch spätestens seit der Freigabe des Schweizer Franken gibt es in dieser Frage keine 100-prozentige Gewissheit mehr. Und selbst wenn – was wahrscheinlich ist – 2015 alles beim Alten bleibt: Die im Nordea-Fonds enthaltenen Pfandbriefe lassen eine deutlich bessere Rendite als der Euro-Geldmarkt erwarten und gelten darüber hinaus als genauso sicher.

Eine nicht ganz so risikofreie, aber dennoch attraktive Zusatzrendite verspricht der Allianz Renminbi Currency, der zudem in der gewählten USD-Variante auch von einem gegenüber dem Euro weiter starken US-Dollar profitieren würde. Fünfter Neuzugang ist der Jupiter Dynamic Bond, dessen Manager Ariel Bezalel einem konsequenten Total-Return-Ansatz folgt und der dank seiner erfolgreichen Historie in Großbritannien auch zu den 100 Fonds-Klassikern von DER FONDS gehört.

Erster Neuzugang im Turnaround-Depot ist vor dem Hintergrund des massiv abgestürzten Ölpreises der Blackrock World Energy – mit einem zunächst bewusst niedrig gehaltenen Einstiegsbetrag von 2.000 Euro. Noch kann niemand mit Gewissheit sagen, ob beim Öl bereits der Boden erreicht ist oder ob ein Barrel (159 Liter) des schwarzen Goldes in naher Zukunft statt aktuell 49 Dollar nur noch 40 Dollar oder sogar noch weniger kostet. Wer von einer mittelfristigen Erholung profitieren möchte, muss jedoch irgendwann den Einstieg wagen, und genauso wie beim Earth Gold Fund UI hat die Redaktion für den Blackrock World Energy einen Sparplan über 200 Euro eingerichtet, der das Engagement jeweils zum Monatsende in festen Raten erhöht.

Zwei weitere Änderungen betreffen bereits bestehende Fonds: Sowohl beim Nordea Norwegian Kroner Reserve als auch beim Schroder Emerging Europe hat die Redaktion das Engagement um je 2.000 Euro erhöht – beim Währungsfonds, weil mit dem Ölpreis auch die seit Monaten schwache Norwegische Krone wieder Fahrt aufnehmen könnte und in Osteuropa, weil die Region mittelfristig allen Risiken zum Trotz als einer der attraktivsten Turnaround-Kandidaten überhaupt gilt.

Auch im Turnaround-Depot nimmt der als Barreserve dienende AL Trust Euro Cash künftig einen weniger dominanten Platz ein. Ihm zur Seite treten der Perpro-Universal, dessen Manager Bernd Früh mit einem Teil seines Portfolios konsequent auf steigende Zinsen bei 30-jährigen Bundesanleihen wettet, und der globale Rentenfonds Starcapital Argos von Peter E. Huber, der sich seit Jahr und Tag einem antizyklischen und damit bestens zu diesem Teildepot passenden Managementansatz verpflichtet fühlt.

Das Best-of-Two-Depot bereichern künftig mit dem Acatis Gané Value Event UI und dem Carmignac Patrimoine zwei Mischfonds, die ebenfalls zu den 100 Fonds-Klassikern gehören. Sie nehmen einen Teil der bisher im AL Trust Euro Cash geparkten Gelder auf. Neu sind darüber hinaus der in erster Linie auf Währungsgewinne ausgerichtete GAM Star Global Rates – hier in der Euro-Version – und der parallel zum Blackrock World Energy mit monatlichen Sparplan-Raten à 200 Euro Stück für Stück zu mehr Größe gefütterte Rohstofffonds First State Global Resources von Joanne Warner. Eine weitere Änderung betrifft den im vergangenen Jahr enttäuschenden CS Equity Fund Global Value: Weil die Redaktion dem Deep-Value-Ansatz der beiden Fondsmanager Gregor Trachsel und Sven Sommer weiter vertraut, hat sie dessen Anteil am Portfolio um 2.000 Euro aufgestockt.

Abgesehen von den zwölf neuen Bausteinen und der aktiver als bisher gemanagten Barreserve hat sich an der Strategie der Musterdepots nichts verändert. Genauso wenig wie an der Aktienquote: Sie liegt in allen drei Depots weiter bei rund 60 Prozent.

>>Die drei Fonds-Musterdepots von DER FONDS

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