Musterdepot-Kommentar vom 25. Juni 2015

Der Blick über den griechischen Tellerrand

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Zwischen 10.800 Punkten und 11.600 Punkten im Dax lagen in der vergangenen Woche nur drei Tage – deutlicher lässt sich kaum demonstrieren, wie das Hin und Her in der griechischen Schuldenkrise derzeit die Märkte beeinflusst. Da ist es verständlich, dass viele Anleger vor einem möglichen Abflug des Landes aus der Europäischen Währungsunion noch schnell ihre in den ersten Monaten des Jahres erzielten Gewinne ins Trockene bringen möchten und Positionen glattstellen. Oder, umgekehrt, jede schlechte Nachricht aus dem Verhandlungs-Marathon und die entsprechende Reaktion der Märkte darauf dazu nutzen, auf verbilligtem Niveau wieder einzusteigen.

Die strategische Ausrichtung eines Fondsdepots von der Griechenland-Frage abhängig zu machen, erscheint jedoch kaum sinnvoll. Viel wichtiger sind andere Faktoren wie die möglichen Auswirkungen einer amerikanischen Zinswende oder das Gegeneinander-Abwägen verschiedener Anlageklassen vor dem Hintergrund ihrer unterschiedlichen Bewertungen. Dabei zeigt sich sehr schnell, dass klassische Rentenfonds im aktuellen Umfeld nach wie vor keine Option sind, größere Geldmarkt-Positionen ebenfalls nicht. Was bleibt, ist eine möglichst gut aufeinander abgestimmte Mischung aus Aktien-, Total-Return- und Währungsfonds.

Dass es dazu durchaus verschiedene sinnvolle Möglichkeiten gibt, zeigen in diesem Jahr das Trend- und das Turnaround-Depot. Obwohl komplett unterschiedlich ausgerichtet, liegen beide Depots 2015 über dem Durchschnitt vergleichbarer Fondsprodukte. Auf längere Sicht ist der Abstand sogar noch deutlich größer – was eindeutig dafür spricht, beide Strategien in der bewährten Form fortzuführen. Natürlich immer mit dem bei der Depoteröffnung Ende 2009 klar definierten Ziel vor Augen, auf Sicht von drei Jahren möglichst keine Verluste einzufahren.

Dass das Turnaround-Depot dabei dem Trenddepot von der Auflegung im Dezember 2009 an gerechnet um knapp 8 Prozentpunkte hinterherhinkt, ist dabei zwar kein Naturgesetz, liegt aber doch in der Natur der Sache: Manche aus der Mode geratene Ideen brauchen einfach etwas länger, bevor sie aufgehen. Letztlich geht die Differenz auf den rückwirkend betrachtet viel zu frühen Einstieg in den Goldminenfonds Earth Gold Fund UI zurück. Sollte dieses Investment einmal durchstarten, könnte die Performance-Lücke allerdings schon in wenigen Monaten geschlossen sein. Springen dazu neben Indien und China noch weitere Schwellenländerbörsen und einige seit längerer Zeit vor sich hin schwächelnde Währungen wie die Norwegische Krone an, bekäme auch das Best-of-Two-Depot den in den vergangenen Monaten etwas vermissten Drive.

Was künftige Depotanpassungen im zweiten Halbjahr angeht, so gibt es durchaus einige interessante Ideen: So würde dem Trend-Depot ein auf die wiedererstarkte Tokioter Börse ausgerichteter Japan-Fonds durchaus gut zu Gesicht stehen, während türkische oder brasilianische Aktien mögliche Bausteine für das Turnaround-Depot wären. Auch der aktiv gemanagte Griechenland-Fonds Hellas Opportunities würde sich anbieten, doch dafür sollte in der Frage „Grexit oder nicht“ in der Tat eine Vorentscheidung gefallen sein.

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