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Musterdepot-Kommentar vom 26. Februar 2016 Offensives Depot: Die lohnenden Launen von Mister Market

Suchen unterbewertete Unternehmen, aber nicht nach exakt denselben Kriterien: Gané-Vorstand Uwe Rathausky (links) und Stefan Rehder, Manager des Value Intelligence Fonds AMI

Suchen unterbewertete Unternehmen, aber nicht nach exakt denselben Kriterien: Gané-Vorstand Uwe Rathausky (links) und Stefan Rehder, Manager des Value Intelligence Fonds AMI

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Den aktuellen Stand aller vier Musterdepots sehen Sie hier

Wer Uwe Rathausky nach der weiteren Richtung der Aktienmärkte fragt, bekommt derzeit keine eindeutige Antwort. „Sowohl für steigende als auch für fallende Kurse gibt es eine Reihe sehr guter Argumente“, sagt der Vorstand der Aschaffenburger Investmentboutique Gané. Die labile Lage in China verängstige viele Investoren, der abgestürzte Ölpreis werde mal negativ und mal positiv interpretiert und der anhaltende Niedrigzins müsste eigentlich noch viel mehr Anleger als bisher in Aktien treiben. Was davon in den kommenden Wochen die Oberhand gewinne? Schwer zu sagen, wirklich.

Letztlich spielt es für Rathausky, der zusammen mit seinem Vorstandskollegen Henrik Muhle den Mischfonds Acatis Gané Value Event UI managt, aber auch nicht die entscheidende Rolle. Er ist darauf gepolt, die oft extremen Launen von Mister Market, wie er die breite Masse der Marktteilnehmer in Anlehnung an eine Parabel des US-Value-Investors Benjamin Graham gerne nennt, für seine Zwecke auszunutzen. Je heftiger die Kurse dabei schwanken, desto besser. Rathausky: „Das hilft uns, unsere Liquidität zum Arbeiten zu bringen.“

Liquidität besaß der im offensiven Musterdepot von DER FONDS vertretene Acatis Gané Value Event UI Ende vergangenen Jahres eine ganze Menge: Gerade einmal 59 Prozent des Fondsvermögens waren in Aktien investiert. Der überwiegende Rest steckte in Cash oder Cash-Ersatz – in Form von kurzlaufenden Anleihen von über jeden Bonitäts-Zweifel erhabenen Unternehmen wie General Electric, Hutchison Whampoa, VW, BMW oder Danone.

Sieben Wochen später zeigt sich ein ganz anderes Bild: Mittlerweile beträgt der Aktienanteil 71 Prozent. „Wir haben die Kursrückgänge genutzt, um unter anderem bereits bestehende Positionen in Berkshire Hathaway, Novo Nordisk, L'Occitane, Apple, Grenkeleasing, LVMH, Hermès und Burberry aufzustocken“, berichtet Rathausky. Neu den Weg ins Portfolio fanden darüber hinaus die auf nachhaltige und frische Lebensmittel spezialisierte Restaurant-Kette Chipotle Mexican Grill sowie Starbucks und Phillips 66.

Ähnlich wie in den vergangenen Wochen haben die beiden Gané-Vorstände auch schon nach den Kurseinbrüchen von 2009 und 2011 gehandelt – und damit den Grundstock für ihre seit Auflegung des Fonds im Dezember 2008 weit überdurchschnittliche Performance gelegt. „Wir investieren, wenn unsere Rendite-Kriterien erfüllt sind und wir ziehen uns zurück, wenn wir für das Eingehen von Risiken nicht angemessen entgolten werden“, sagt Rathausky.

Eine ganz ähnliche Anlagepolitik wie Rathausky und Muhle verfolgt Stefan Rehder im Value Intelligence Fonds AMI. Auch Rehder ist ein überzeugter Value-Investor – fühlt sich dabei aber weniger den Grundsätzen von Benjamin Graham verpflichtet als vielmehr jenen von Grahams Schüler Warren Buffett. Der wesentliche Unterschied: Zwar sucht auch Rehder nach unterbewerteten Aktien. Wie Buffett achtet er dabei jedoch deutlich stärker auf die Qualität des Geschäftsmodells und die Nachhaltigkeit der Gewinne.