Vertraut auf eine Normalisierung der Märkte: Eckhard Sauren, Manager des Sauren Absolute Return

Vertraut auf eine Normalisierung der Märkte: Eckhard Sauren, Manager des Sauren Absolute Return

Musterdepot-Kommentar vom 27. Mai 2016

Talfahrt des Sauren Absolute Return zunächst gestoppt

Den aktuellen Stand aller vier Musterdepots sehen Sie hier.

Einen gewissen Hang zur Penetranz kann man Eckhard Sauren nicht absprechen. So dürfte der Kölner Dachfondsmanager und Gründer der Sauren Fonds-Service AG in den vergangenen Jahren keinen Vortrag und kein Kundengespräch beendet haben, ohne darin nicht mindestens einmal sein Mantra „Wir investieren nicht in Fonds – wir investieren in Fondsmanager“ zu platzieren. Eine weitere, stets wiederkehrende Botschaft lautet, dass Absolute-Return-Fonds eine Bereicherung für nahezu jedes Depot sind.

Seit einigen Wochen gehört eine dritte Botschaft zu Saurens Kanon. „Vergessen Sie die Märkte, wenn Sie die Gründe für die Verluste eines Absolute-Return-Fonds analysieren wollen“, bekommt jeder zu hören, der darauf hinweist, dass der Sauren Absolute Return zwar im Januar und Februar mit den Aktienmärkten in die Knie gegangen ist, sich aber anders als diese bislang kaum erholt hat. Während beispielsweise der Dax seit Mitte Februar mehr als 15 Prozent zulegen konnte, sackte der Sauren Absolute Return bis Ende April weiter ab und zeigt erst seit einigen Wochen Ansätze einer leichten Stabilisierung.



Auflegung: 30.12.2009
Fondsvolumen: 444,64 Millionen EUR
Performance 3 Jahre: 3,97 Prozent
Performance seit Auflegung: 12,70 Prozent

Saurens Dilemma der vergangenen Monate: Er versammelt in seinem Dachfonds zu einem großen Teil Produkte von Managern, die sowohl auf steigende als auch auf fallende Aktienkurse setzen – und zwar je nachdem, ob sie einem Unternehmen den fundamentalen Daten zufolge eine im Vergleich zu Wettbewerbern eine eher positive oder eine negative Entwicklung zutrauen. Das ist unter dem Strich marktneutral und so lange von Vorteil, wie die Aktienkurse der als schwächer eingeschätzten Unternehmen sich tatsächlich schlechter entwickeln als der Kurs der jeweiligen Favoriten.

Davon konnte jedoch im ersten Quartal 2016 kaum die Rede sein, wie Sauren am Beispiel des von ihm gehaltenen Zielfonds Argonaut Absolute Return darlegt. Dessen Manager Barry Norris behielt zwar Recht mit seiner Einschätzung, dass es mit den Gewinnen der Unternehmen, bei denen er short gegangen ist, im ersten Quartal 2016 bergab geht – im Durchschnitt um 13 Prozent. Trotzdem sind die Aktienkurse dieser Unternehmen zwischen Januar und März um durchschnittlich 13,6 Prozent gestiegen; mit entsprechenden Verlusten für alle, die wie Norris auf sinkende Kurse gesetzt hatten.

Auch auf Einzeltitel-Ebene hat Sauren ein Beispiel parat. Viele der von ihm bevorzugten Manager seien beispielsweise im ersten Quartal bei Statoil short gewesen. Der norwegische Öl-Konzern produziert zu sehr hohen Kosten und braucht Sauren zufolge eigentlich einen Ölpreis von 70 US-Dollar oder mehr, um profitabel zu sein. Trotzdem ließen der jüngste Preisanstieg beim Öl von unter 30 Dollar auf knapp 50 Dollar und die Ankündigung, trotz der bestehenden Schwierigkeiten eine Dividende in unveränderter Höhe zahlen zu wollen, den Kurs kurzfristig rasant steigen. Sauren: „Als fundamental agierender Long-Short-Manager hat man da keine Chance.“

Wie lange diese Phase irrationaler Kursentwicklungen noch anhält, vermag Sauren nicht zu sagen. Er ist sich jedoch sicher, dass die fundamentalen Daten früher oder später wieder die Oberhand gewinnen und dann bei Zielfonds wie Alken Absolute Return Europe, Pensato Europa Absolute Return oder dem besonders gebeutelten Oday Swan Fund zu einer kräftigen Outperformance führen. Deswegen hält er an seinen Favoriten auch eisern fest: „Wenn wir den Sauren Absolute Return neu auflegen müssten, würde er die gleichen Bausteine enthalten wie heute.“

Eine Aussage, die so auch für die vier Musterdepots von DER FONDS gilt. Zwar liegen im laufenden Jahr nur das Turnaround-Depot (3,3 Prozent) und das defensive Depot (0,7 Prozent) im Plus. Doch auch im Trend-Depot (minus 2,1 Prozent) und im offensiven Depot (minus 1,4 Prozent) gibt es derzeit keinen Anlass, Bausteine auszutauschen – was selbstverständlich auch den Sauren Absolute Return einschließt.

Den aktuellen Stand aller vier Depots per 29. März sehen Sie hier.

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