Musterdepot-Kommentar vom 5. Februar 2015

Dabeisein und genießen – aber handlungsfähig bleiben

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Mit einem Schlussstand von 10.731 Punkten soll der Dax das Kalenderjahr 2015 beenden. Das zumindest ist der Mittelwert, der sich aus den Ende 2014 abgegebenen Prognosen von 36 führenden Kreditinstituten ergibt. Doch auch wenn die Bandbreite dabei von 9.500 Punkten (DZ Bank) bis 11.800 Punkten (Baclays) reicht: 15 der 36 Institute müssten beim aktuellen Stand von knapp 10.900 Punkten konsequenterweise zum Ausstieg raten.

Ein reines Rechenspiel, gewiss. Doch es zeigt, wie schnell Prognosen durch neue Ereignisse überholt sein können. Seit die Europäische Zentralbank angekündigt hat, bis September 2016 im Gegenwert von 1,1 Billionen Euro Staatsanleihen der Eurozone aufzukaufen, kennen die Märkte kein Halten mehr und es scheint nur noch eine Frage von Tagen oder Wochen, bis der Dax die Marke von 11.000 Punkten nimmt. Zumal nicht nur die Aussicht auf frische Liquidität für deutsche Aktien spricht, sondern auch der stark gefallene Ölpreis und der vermutlich noch über längere Zeit schwache Euro.

Jetzt also einen Dax-ETF kaufen, am besten noch gehebelt? Gemach, gemach. Darüber sollte nur nachdenken, wer sich mit seiner Aktienquote bislang nahe der Nulllinie bewegt. Und auch dann sollte er oder sie den Hebel tunlichst aus dem Spiel lassen. Denn in einem Punkt fällt es schwer, Deutschlands selbsternanntem Börsen-Guru Nummer Eins, Dirk Müller, zu widersprechen: Der Dax ist unkalkulierbar. Es gibt über die Ukraine-Krise über Griechenland bis hin zur sich allmählich abkühlenden Weltwirtschaft jede Menge Risiken, die den Markt von einem Tag auf den anderen kippen lassen können.

Also doch lieber abwarten? So sieht es zumindest eine ganze Reihe professioneller Marktteilnehmer, die sich erst nach einer Korrektur wieder stärker positionieren will. Sollte diese allerdings in den kommenden Monaten ausbleiben, rückt die Gefahr eines Short Squeeze näher: Plötzlich wollen oder müssen alle Aktien kaufen, und am Ende erweist sich selbst die optimistische Barclays-Prognose für den Dax noch als viel zu tief gegriffen.

Wer im Augenblick – wie anhand der Musterdepots von DER FONDS empfohlen – mit einer Aktienquote von rund 60 Prozent unterwegs ist, hat es im Moment relativ leicht: Er oder sie muss zunächst einmal gar nichts tun. Steigen die Kurse weiter, steigt das Depot mit. Gibt es einen Rückschlag, steht genügend Liquidität bereit, um noch einmal nachzulegen. Eventuell auch bei einem Dax-ETF oder einem anderen deutschen Aktienfonds. Im Moment erfüllen jedoch europäisch ausgerichtete Depot-Bausteine wie der Main First Top European Ideas (plus 7,4 Prozent seit Jahresbeginn), der Delta Lloyd European Participation (plus 7,7 Prozent) oder der Nordea European Value (plus 7,1 Prozent) den gleichen Zweck. Einzige Veränderung deshalb im Turnaround- und im Trend-Depot: die monatliche Aufstockung der beiden Goldminenfonds Earth Gold Fund UI und Falcon Gold Equity um jeweils 200 Euro zu Lasten des Geldmarktfonds AL Trust Euro Cash.

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