Musterdepot-Kommentar Offensives Depot: Die personifizierte Volatilität des Donald Trump

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In der Einzeltitelauswahl macht sich dieser Unterschied allerdings kaum bemerkbar. Hier wie dort setzt Wedel überwiegend auf Aktien und Anleihen handverlesener mittelständische Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum, zu deren Management er mit seinen Partnern engen Kontakt hält. Im SPSW Global Multi Asset Selection greift sein Team zudem vereinzelt auf spezialisierte Zielfonds wie den Bonafide Global Fish Fund zurück.

Auf die künftigen Aussichten für die Aktien- und Rentenmärkte angesprochen, verweist Wedel einmal mehr auf Perikles. „Wir haben zwar eine Meinung, aber keine Glaskugel und schauen deshalb in erster Linie auf die fundamentalen Daten der Unternehmen“, führt er aus. Daran gemessen herrsche momentan allerdings kein Mangel an lohnenden Investments, im Gegenteil: „Wir hatten in den vergangenen Jahren selten Marktphasen, in denen wir derart viele Unternehmen zu so attraktiven Preisen vorgefunden haben.“

Kräftig aufgestockt hat Wedel beispielsweise seine Beteiligung am Cuxhavener Windparkbauer PNE Wind. Mit dem Blockheizkraftwerk-Hersteller 2G Energy und dem Hamburger Solar- und Windparkbetreiber Capital Stage sind jüngst zwei weitere Unternehmen aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien zum Portfolio hinzugekommen, von denen er sich über kurz oder lang einen ähnlich kräftigen Turnaround verspricht wie im vergangenen Jahr von MLP. Tatsächlich hatte der seit 2016 als größte Einzelposition im SPSW Global Multi Asset Selection vertretene Finanzdienstleister einen gewichtigen Anteil daran, dass der Fonds sein Renditeziel im abgelaufenen Kalenderjahr mit einem Wertzuwachs von 7,2 Prozent zum dritten Mal in Folge übertroffen hat.

Die Erfahrung, dass einzelne Werte die Performance mitunter auch ganz schön nach unten drücken können, machten in den vergangenen Monaten Henrik Muhle und Uwe Rathausky im Acatis Gané Value Event Fonds UI. Ihre nach Berkshire Hathaway über Monate hinweg zweitgrößte Position, das dänische Pharma-Unternehmen Novo Nordisk, verlor seit August 2016 nach einer Anpassung der Jahresprognosen vorübergehend mehr als 40 Prozent an Wert. Am Ende kostete das den Acatis Gané Value Event Fonds UI in der Jahresabrechnung 3 Prozentpunkte Performance. Einen weiteren negativen Prozentpunkt steuerte die Aktie von Grenke bei, so dass für 2016 am Ende lediglich ein recht mageres Plus von 2,5 Prozent bleibt.

„Wir halten Novo Nordisk für ein hervorragendes Unternehmen mit großem Wachstumspotenzial und einem guten Management“, bekräftigt Rathausky seine unverändert hohe Meinung von dem Insulin-Hersteller. Die laufende Ausschüttungsrendite aus Aktienrückkäufen und Dividenden betrage derzeit hohe 7 Prozent. Deshalb hätten er und Muhle den Kurssturz genutzt, um konsequent weitere Anteile zu kaufen. Das jüngste Factsheet des Acatis Gané Value Event weist den Wert denn auch nach wie vor mit einer Gewichtung von knapp 8 Prozent aus.

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