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Gökhan Kula managt den Anfang 2014 aufgelegten Myra Emerging Markets Allocation Fund (Foto: Anna Mutter)

Gökhan Kula managt den Anfang 2014 aufgelegten Myra Emerging Markets Allocation Fund (Foto: Anna Mutter)

Myra-Capital-Fondsmanager Gökhan Kula

„Flexibilität ist wichtiger denn je“

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DAS INVESTMENT.com: Die Performance der Emerging Markets war in den vergangenen Jahren nicht gut. Gehört Mut dazu, in einer solchen Situation einen Schwellenländer-Fonds aufzulegen?

Gökhan Kula: Wir wollten durchaus antizyklisch sein. Normalerweise läuft der Produktzyklus bei Fonds so, dass ein Markt gut läuft und sich daraufhin viele Produktmanager überlegen, einen entsprechenden Fonds aufzulegen. Oft genug werden Anleger enttäuscht, weil sie mit diesen Fonds nah am Höhepunkt des Marktzyklus einsteigen. Prozyklisches Produkt- und Anlegerverhalten decken sich leider in der Regel.

Was ist das Ziel Ihres Fonds, was können Sie besser als andere?


Unser Ansatz kommt ursprünglich aus dem institutionellen Bereich und basiert auf klaren Regeln. Die mit menschlichen Entscheidungen verbundenen Emotionen können wir dadurch ausschließen. Auch treffen wir keine Prognosen über die wirtschaftliche Entwicklung der Zielmärkte. Stattdessen passen wir aufgrund der Bewegungen der Aktienmärkte der Schwellenländer Monat für Monat unsere Investitionsquote an. Dabei nutzen wir die Spanne zwischen 0 und 100 Prozent Aktienquote komplett aus. Diese Flexibilität ist aus unserer Sicht bei erratischen und zunehmend volatileren Märkten wichtiger denn je.

Eine prozyklische Vorgehensweise also.

Unterjährig ja, die wir aber mit weiteren Elementen anreichern. So übernehmen wir nicht die auf der Marktkapitalisierung basierende Ländergewichtung des MSCI Emerging Markets Index, wie es ETFs machen. Stattdessen gewichten wir die darin enthaltenen 23 Märkte gleich und verringern die Länderrisiken der dominierenden Märkte China, Korea, Taiwan und Brasilien. Die vier machen 55 Prozent des Indexes aus. Unser Fonds funktioniert wie ein vermögensverwaltender ETF, der die Vorteile von optimierten Indexfonds mit einer flexiblen Risikosteuerung kombiniert und nicht an der Benchmark klebt.



Wie hoch ist derzeit die Aktienquote?

Das Jahr 2014 war für Schwellenländer-Aktien ein gutes, auch wenn die Märkte im Dezember korrigierten. Unserem monatlichen Allokationsansatz entsprechend war die Aktienquote bis Jahresende auf 94 Prozent geklettert. Zu Beginn eines jeden Jahres rebalancieren wir das Portfolio und starten mit einer neutralen Investitionsquote – je 50 Prozent Schwellenländer-Aktien und Bundesanleihen. Auf der Aktienseite wird die Länderallokation rebalanciert. Die Strategie zwingt uns bei den Top-Performern 2014, Indien und der Türkei, teilweise Gewinne mitzunehmen und antizyklisch Performance-schwache Länder wie Russland und Brasilien aufzustocken. Es sind diese einfachen, aber wissenschaftlich fundierten Erkenntnisse, die zum langfristigen Erfolg führen.

Welchen Wertbeitrag liefert da noch das Stockpicking?

Entscheidend ist nicht, welche Einzeltitel wir im Portfolio hatten, sondern wie hoch wir in Aktien investiert waren. Die Asset Allocation entscheidet über die Vorkommastelle der Rendite und damit über den Erfolg oder Misserfolg bei der Performance. Die Titelauswahl trägt lediglich zur Nachkommastelle bei.

Jeder Investmentansatz hat seine Stärken und Schwächen. Wann funktioniert Ihr Fonds nicht so gut?

Da wir monatlich die Asset Allocation anpassen, reagieren wir nicht auf kurzfristigere Schwankungen der Märkte. Am meisten profitieren wir von mittleren und langfristigen Trends. Unsere Allokationsanpassung führt dazu, dass sich der Fonds aus dem Markt peu à peu verabschiedet, wenn es abwärts geht. So vermeiden wir die großen Anlageunfälle.

Nachteil vieler Trendfolger ist, dass sie nicht rechtzeitig wieder in den Markt reinkommen, wenn sich der Trend dreht. Wie schaffen Sie das?

In der Tat kommen die meisten mit Money Management wie Stopp-loss-Marken gut aus den Märkten raus. Unsere regelbasierte Allokationssteuerung führt dazu, dass wir in Märkte mit Aufwärtstrend hineingezwungen werden. Am Ende kommen die Signale von den Marktpreisen – und die haben immer recht.

Wie hoch ist der Performance-Beitrag der Rentenseite?

Rund 85 Prozent der Erträge kommen aus der Aktienseite. Auf der Rentenseite kaufen wir über den Index Rex-P Bundesanleihen, die im Schnitt eine Restlaufzeit von drei Jahren haben. Im aktuellen Niedrigzinsumfeld schützt die niedrige Duration das Portfolio vor starken Zinserhöhungen. Wir müssen auf der Rentenseite nicht kreativ werden, um die letzten Performance-Punkte aus dem Markt zu holen. In unserem Ansatz sollen Anleihen lediglich ein sicherer Hafen sein, wenn Schwellenländer-Aktien unter Druck geraten. Ziel ist, über längere Zeiträume die Performance des Aktienmarkts zu verdienen und dabei das Risiko zu verringern.

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