Nach Aufnahme in den MSCI Emerging Markets Wie sich in chinesische Inlandsaktien investieren lässt

Kunde vor einem Supermarktregal in Shanghai. Der chinesische Inlandsmarkt ist von auswärtigen Investoren noch weitgehend unerschlossen.  | © Getty Images

Kunde vor einem Supermarktregal in Shanghai. Der chinesische Inlandsmarkt ist von auswärtigen Investoren noch weitgehend unerschlossen. Foto: Getty Images

Zum 1. Juni hat der US-Indexanbieter MSCI chinesische Inlandsaktien, sogenannte A-Aktien, in seine Schwellenlandindizes aufgenommen. Für das lange Zeit abgeschirmte Aktiensegment war die Entscheidung von MSCI quasi der Ritterschlag. Bis 2014 war der chinesische Inlandsmarkt  ausländischen Anlegern komplett verschlossen gewesen. Wer in China investieren wollte, konnte vor allem in Hongkong gelistete H-Aktien kaufen. Bis heute tummeln sich am Markt für chinesische A-Aktien, gelistet an den Börsen Shanghai und Shenzen gelistet sind, vor allem chinesische Privatanleger.

Mit der Aufnahme in den MSCI Emerging Markets erhalten die 234 betroffenen chinesischen Unternehmen eine kräftige Finanzspritze. Denn ihre Aktien ziehen in diesem Sommer in die Portfolios sehr vieler Indexfonds ein, die MSCI-Indizes abbilden. Mit weniger als einem Prozent sind sie im Index MSCI Emerging Markets vorerst zwar recht niedrig gewichtet. Der Anteil soll in den kommenden Jahren allerdings umfangreich ausgebaut werden.

Stockpicker im Vorteil

Der von außen bislang wenig erschlossene Markt bietet ausländischen Anlegern, die abseits des Mainstream fischen möchten, durchaus interessante Investmentgelegenheiten. So sind einige führende chinesische Großunternehmen allein als A-Aktien an den Börsen Shanghai und Shenzen gelistet, nicht jedoch als H-Aktien in Hongkong, erläutern Analysten des Berliner Finanzmarktanalyse-Unternehmens Scope. Durch die Dominanz inländischer Privatanleger seien viele Unternehmen am chinesischen A-Aktienmarkt zudem unangemessen bewertet und damit ein El Dorado für Stockpicker, lobt Scope. Ein anderer Vorteil: die geringe Korrelation zu anderen Märkten.

Wer hierzulande über einen Fonds in chinesische A-Aktien investieren möchte, hat derzeit 19 Fonds zur Auswahl, darunter aktiv gemanagte Fonds und ETFs. Zusammen verwalten sie ein Vermögen von 3,3 Milliarden Euro. Der größte von ihnen, der Aberdeen Global - China A Share Equity, ist allein 1,5  Milliarden Euro schwer.

Die in Deutschland erhältlichen A-Aktienfonds erwirtschaften recht unterschiedliche Anlageergebnisse: Das Spektrum reicht von minus 14 Prozent bis zu einem Plus von 5,8 Prozent auf Dreijahressicht. Alle sechs aktiv gemanagten Fonds mit mindestens dreijähriger Historie erwirtschafteten ein besseres Ergebnis als die sieben ETFs, betont Scope. Allerdings sind sie Fonds auch recht schwankungsanfällig: Ihre Volatilität über drei Jahre liegt bei durchschnittlich 24,5 Prozent.