Nach Bankenschließungen in Griechenland

Europäische Bankaktien verlieren über 40 Milliarden Euro an Marktwert

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Der Stoxx 600 Banks Index büßte bis zu 4,4 Prozent ein, das entspricht dem deutlichsten Innertagesverlust seit November 2011. Alle 46 Indexmitglieder gaben nach. Gegen 11.55 Uhr MESZ lag der Subindex 3,1 Prozent im Minus. Zu den größten Verlierern gehörten Banken aus Italien, Portugal und Spanien, angeführt von Banco Comercial Portugues.

Mit der Bankenschließung und den Kapitalkontrollen will Griechenland einen Zusammenbruch seines Finanzsystems angesichts zunehmender Befürchtungen eines Ausscheidens aus dem Euroraum vermeiden. Die Banken sollen mindestens bis zum 6. Juli geschlossen bleiben, einen Tag nach der geplanten Volksabstimmung zu den Vorschlägen hinsichtlich eines Rettungsprogrammes.

„Kurzfristig dürfte die Stimmung am Markt sehr negativ sein“, sagte Jacopo Ceccatelli, Vorstandschef des Mailänder Brokers Marzotto SIM. „Staatsanleihen und Banken in Ländern der Peripherie werden von der Unsicherheit am stärksten betroffen sein.“

Am Sonntag hatte die Europäische Zentralbank die Obergrenze für die Nothilfe für griechische Banken bei knapp 89 Milliarden Euro eingefroren. Damit verweigerte sie erstmals in diesem Jahr einen weiteren Liquiditätspuffer, nachdem die Einlagen bei griechischen Kreditinstituten weiter zurückgegangen waren. Griechenland ist nach Zypern das zweite Land der Eurozone, das Kapitalkontrollen einführt.

Der spanische Banco Popular Español fiel 6,2 Prozent und Banco de Sabadell notierte 4,9 Prozent niedriger. In Italien gab Banca Monte dei Paschi di Siena 6,7 Prozent ab, Intesa Sanpaolo büßte 3,9 Prozent ein und Banca Popolare di Milano verlor 5,1 Prozent. Banco Comercial sackten in Lissabon 9,1 Prozent ab.

Das Ansteckungsrisiko ist seit 2009, als Griechenland eine Staatsschuldenkrise im Euroraum auslöste, zwar geringer geworden. Dennoch macht den Banken ein drohendes Auseinanderbrechen des Euros zu schaffen.

Einige Kreditinstitute leiden zudem unter den Kursschwankungen bei Staatsanleihen in ihrem Portfolio. So hielten italienische Banken im April Anleihen ihres Landes im Rekordvolumen von 415,5 Milliarden Euro, wie aus Daten der italienischen Zentralbank hervorgeht.

„Die größten Auswirkungen bei Banken wird es in ihren Investmentportfolios geben“, schrieb Analyst Antonio Guglielmi von Mediobanca in London am Montag in einer Studie. Bei den Banken im übrigen Europa machten sich die Ereignisse vor allem im Handel mit Festverzinslichen bemerkbar, hieß es in der Studie weiter. Deutsche Bank und BNP Paribas gehören demzufolge zu den größten Anleihehändlern, bei denen Verluste drohen.

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