Egon Wachtendorf (Redakteur)Lesedauer: 5 Minuten

22 Fragen an Andreas Neumann „Nach Börsenschluss mag ich es simpel“

Akzeptiert Corona nicht als Entschuldigung für verpasste Ziele
Akzeptiert Corona nicht als Entschuldigung für verpasste Ziele: Lyxor-Manager Andreas Neumann. | Foto: Lyxor Asset Management
  1. Ihre erste prägende Erfahrung zum Thema Geld?

Ich habe im Alter von 16 Jahren bereits meine Banklehre begonnen und kam hier erstmalig auch mit sehr vermögenden Personen, ihren Anlagebedürfnissen und großen Zahlen in Kontakt. Am Anfang war es schwierig, sich an die ganzen Nullen zu gewöhnen

  1. Wären Sie nicht Fondsmanager geworden, wären Sie heute …

… vermutlich in einer anderen kapitalmarkt- beziehungsweise wertpapiernahen Dienstleistung tätig. Die Betreuung sehr vermögender Privatkunden zu Kapitalmarktthemen stelle ich mir zum Beispiel auch sehr interessant vor

  1. Haben Sie ein berufliches Vorbild?

Das eine große berufliche Vorbild gibt es für mich nicht. Ich hatte das große Glück, dass ich in meiner Laufbahn einigen interessanten Persönlichkeiten begegnet bin, von denen ich mir etwas abschauen konnte. Ich habe zum Beispiel fünf Jahre bei Berenberg in Hamburg gearbeitet, das war in vielerlei Hinsicht ein extremes Umfeld mit dann aber auch extremen Persönlichkeiten

  1. Welche andere Persönlichkeit fasziniert Sie?

Niemand Konkretes. Mir imponieren Persönlichkeiten, die in einem Umfeld großer Unsicherheit und unter schwierigsten Umständen Erfolg hatten. Neben historischen Personen wäre hier zum Beispiel die leider jüngst verstorbene Manager-Legende Jack Welch zu nennen. Dessen zwei Erfolgsbücher haben auch in meinem Bücherregal einen prominenten Platz

  1. Welches Buch sollte jeder Fondsmanager gelesen haben?

Als Anhänger der Behavioral-Finance-Theorie mag ich naturgemäß Texte wie "All that Glitters" von Terrance Odean. Interessant und unterhaltsam ist aber auch das zweite Buch des ehemaligen Fidelity-Managers Peter Lynch mit dem Titel „Beating the Street

  1. Wie motivieren Sie sich, wenn Sie mit Ihrem Fonds einmal hinter der Konkurrenz zurückbleiben?

Mit meinem Team verfolge ich einen sehr systematischen Investmentprozess, der bewusst versucht, das Thema Emotionen aus der Kapitalanlage zu nehmen. In Zeiten, in denen es einmal nicht so gut läuft, vertraue ich auf unseren Prozess, der sich bislang eben langfristig doch immer bewährt hat

  1. Und die Belohnung, wenn Sie alle anderen abgehängt haben?

Ich freue mich über das Feedback der Investoren, die ja mittelbar meine Vergütung ermöglichen

  1. Ihr bislang schönstes Erlebnis als Fondsmanager?

Einer der schönsten Momente stand schon ziemlich am Anfang meiner Laufbahn, nämlich als ich zum ersten Mal einen Investor für meinen Ansatz gewinnen konnte und dadurch aus der Theorie dann ein echtes Investment wurde

  1. Welchem verpassten Investment trauern Sie noch heute nach?

Keinem

  1. Worüber haben Sie sich in jüngster Zeit so richtig geärgert?

Dass aktuell alles, was nicht funktioniert, auf Corona geschoben wird. Ich kann nur sagen, dass wir als Team 2020 hart daran gearbeitet haben, unsere Ziele trotzdem zu erreichen. Und auch wenn nicht alles perfekt war, sind wir mit dem Erreichten sehr zufrieden

  1. Und wem würden Sie gern einmal gehörig die Meinung sagen?
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