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Nach dem Aktienabsturz Vor diesen Investments warnen die großen Fondshäuser

Kurssturz des Dax: Anleger - was nun? Foto: Getty Images
Kurssturz des Dax: Anleger - was nun? Foto: Getty Images
In der vergangenen Woche haben Kursturbulenzen nach China nun auch an den europäischen Aktienmärkten um sich gegriffen. Für Anleger ein Schock - und gleichzeitig eine Chance, Strategien zu überdenken und sich möglicherweise neu zu positionieren. Das „Handelsblatt“ hat unter den jüngsten Vorzeichen die Vertreter von acht großen Fondsgesellschaften um ihre Meinung gebeten: Welche Investitionen bieten sich derzeit an? Wo liegt Potenzial – und wovon sollte man sich momentan besser fernhalten?

Vorsicht vor Schwellenländern

Obwohl Einschätzungen naturgemäß unterschiedlich ausfallen, zeichnen sich in den Expertenaussagen eindeutige Linien ab: Alle befragten Investment-Strategen raten derzeit von einem ausgiebigen Engagement in Schwellenländern ab. Zum Beispiel Björn Jesch: Bei Emerging-Markets-Aktien sehe er momentan die größten Unsicherheiten, sagte der Leiter Portfoliomanagement bei Union Investment gegenüber dem „Handelsblatt“. Vor allen Dingen warnt Jesch vor Titeln aus Ländern, die stark am Rohstoffexport hängen, wie etwa Brasilien, Russland oder Südafrika. 

Unsicherheiten auch auf dem Anleihesektor von Schwellenländern sieht Achim Küssner. Der Chef von Schroder Investment Management vermutet, dass Anleger hochverzinsliche Werte aus unsichereren Weltregionen wieder abstoßen werden, sollte die US-Notenbank demnächst den Leitzins erhöhen. Dazu sieht Küssner eine Gefahr für Anleger durch instabile Währungen heraufziehen: Wenn Schwellenländer-Währungen einbrechen, werden Anleger aus dem Euro-Raum hier Verluste einfahren, warnt der Schroders-Experte.

A propos Aktien und Anleihen: Die Tendenz aller befragten Strategen weist hin in Richtung Unternehmensanteile und weg von festverzinslichen Papieren. „Es bleibt riskant, risikolos anzulegen“, resümiert zum Beispiel Neil Dwane. Der Chef-Stratege für europäische Aktien bei Allianz Global Investors rät im nun schon lang anhaltenden Zinstief klar zu Aktien. Und auch Carsten Roemheld, Kapitalmarktstratege bei Fidelity, sieht das Ende des langjährigen Anleihen-Bullenmarkts gekommen und rät Anlegern von weiteren Investitionen ab.

Diese Investitionen haben Zukunft

Lieber keine Anleihen, besser einen Bogen um Emerging Markets machen — wo liegt dann das Potenzial? Trotz der letzten Dax-Verluste bevorzugt Björn Jesch von Union Investment momentan ganz klassisch die Industrieländer und hier vor allem die europäischen Märkte. Gesunkene Rohstoffpreise und der schwache Euro wirken seiner Meinung nach als konjunktureller Hebel. Dieser Ansicht sind auch Schroders-Experte Achim Küssner und Frank Hagenstein, Chef-Anlagestrategen von Deka Investment.

Durchweg sehen die befragten Experten im jüngsten Dax-Einbruch weniger den Vorboten einer Krise als eine vorübergehende Korrektur. Kurzzeitige Einbrüche bei Aktien hätten in der Vergangenheit durchaus die Chance auf günstige Nachkäufe geboten, gibt Amundi-Ökonom Nicolas Doisy zu bedenken. Und auch Stefan Kreuzkamp sieht die Gelegenheit für einen Einstieg als günstig an. Der Europa-Anlagechef bei Deutsche Asset Wealth Management rät Anlegern allerdings gleichzeitig zu bedächtigem Handeln: „Man sollte noch etwas Pulver trocken halten.“

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