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Themen-Experte
Aufbruch zum Wachstum

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Aufbruch zum Wachstum

Die neue EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Für Didier Borowski, Leiter makroökonomischer Research bei Amundi, der „zweifellos bestmögliche Kompromiss.“ | © Getty Images

Nach Ernennung Lagardes und von der Leyens Anleihen sind wieder gefragt

Die Ernennung von Christine Lagarde zur Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB) und Ursula von der Leyens zur Präsidentin der Europäischen Kommission sind zwar Kompromisse, aber ohne Zweifel die vielversprechendsten. Mit beiden Personalentscheidungen wird unserer Einschätzung nach deutlich, dass die politische Dimension die technokratische Ebene in den europäischen Institutionen abgelöst hat. Für Anleger könnte das der Beginn einer spannenden Entwicklung sein. Ein Überblick.

Die wirtschaftlichen Konsequenzen für die Eurozone

Wir gehen davon aus, dass die Rolle der EU-Kommission unter Ursula von der Leyen zwangsläufig politischer werden wird. So werden beispielsweise die Handelsgespräche mit dem Rest der Welt wieder in den Mittelpunkt der Kommissionsarbeit rücken. Immerhin ist der aktuell ausgehandelte mehrjährige Finanzrahmen für die Jahre 2021 bis 2027 für die weitere Entwicklung der Eurozone von zentraler Bedeutung.

Einen gemeinsamen Haushalt mit Stabilisierungseigenschaften sehen wir als unwahrscheinlich an, auch wenn innerhalb der Eurozone ein breiter Konsens über die Kapitalmarktunion besteht. Diese würde es ermöglichen, die umfangreichen Einsparungen innerhalb der EU – bei den Investitionen beliefen diese sich 2018 auf 340 Milliarden Euro – gezielter für konkrete Investitionsbedürfnisse wie die Energiewende, die digitale Innovationskraft und die Förderung von kleinen und mittleren Unternehmen einzusetzen.

Die Auswirkungen auf die EZB und die Geldpolitik

Nach unserer Beurteilung wird die künftige EZB-Präsidentin Christine Lagarde die Strategie ihres Vorgängers Mario Draghi weiterfahren. Denn EZB und die Regierungen der Eurozone müssen in einer möglichen nächsten Finanzkrise eng zusammenarbeiten. Christine Lagarde ist dafür die richtige Wahl, denn sie es gewohnt, mit Staatschefs zu verhandeln.

Auf der monetären Seite glauben wir, dass die Europäische Zentralbank vor dem Hintergrund einer sich abschwächenden Konjunkturperspektive in der Eurozone und einer geringen Inflation nicht zögern wird, ihre Leitzinsen zu senken. Das wird allerdings nur dann der Fall sein, wenn die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) die Zinsen deutlich senkt und/oder der Euro aufgewertet wird.

Zudem erwarten wir, dass die EZB im September ein neues QE-Programm (Quantitative Easing) für Unternehmensanleihen ankündigen wird. Denn sie beabsichtigt weiterhin alles zu tun, um eine Krise in der Eurozone zu vermeiden.

Diese Möglichkeiten bieten sich Anleiheinvestoren

Bei den aktuellen Renditeniveaus sind die Marktteilnehmer heute sehr sensibel gegenüber Ankündigungen, dass sich die Wirtschaftslage aufhellen wird. Da die Zentralbanken nun wieder eine lockerere Geldpolitik verfolgen, prognostizieren wir keinen signifikanten Anstieg der Renditen. Wir sehen eher eine Fortsetzung der Prämienjagd der Anleger. Da Italien das Defizitverfahren mit der EU vermeidet, könnte eine negative Haltung gegenüber den italienischen Anleihen recht kostspielig werden. Investoren sollten daher Neutralität mit einer abwägenden Haltung wahren.

Für Anleger, die auf der Suche nach höheren Renditen sind, könnte das nachrangige Unternehmenssegment eine interessante Anlage darstellen. Hier besteht die Chance auf aussichtsreiche Prämien bei guter Qualität, einem geringen Durationsrisiko sowie einer beachtlichen Liquidität.

Aus unserer Sicht bieten sich Investoren auch an den Rentenmärkten weiterhin Chancen, insbesondere bei langlaufenden Staatsanleihen. Darüber hinaus werden wir bei einer stärkeren Beteiligung der Zentralbanken eine geringere Streuung der Spreads im Investment-Grade-Universum sehen. In diesem Fall sollten Anleger bei Unternehmensanleihen stark auf Value achten.

Soweit nicht anders angegeben, beruhen die hier enthaltenen Ansichten auf Recherchen, Berechnungen und Informationen von Amundi Asset Management und haben den Stand 18.07.2019. Diese Ansichten können sich jederzeit ändern, abhängig von wirtschaftlichen und anderen Rahmenbedingungen. Es gibt keine Gewähr, dass sich Länder, Märkte oder Branchen wie erwartet entwickeln werden. Diese Veröffentlichung ist kein Verkaufsprospekt und stellt kein Angebot zum Kauf oder Verkauf von Anteilen in Ländern dar, in denen ein solches Angebot nicht rechtmäßig wäre. Außerdem stellt diese Veröffentlichung kein solches Angebot an Personen dar, an die es nach der jeweils anwendbaren Gesetzgebung nicht abgegeben werden darf. Amundi Deutschland GmbH ist ein Unternehmen der Amundi Gruppe.

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