Nach Milliarden-Abflüssen GAM startet drastische Sanierung

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Der neue Chef der eidgenössischen Fondsboutique GAM, David Jacob, will nach heftigen Verlusten die Kosten drastisch reduzieren. Die Gesellschaft peilt demnanch eine Senkung der Personal- und Sachkosten von umgerechnet insgesamt 250 Millionen Euro um mindestens 35 Millionen Euro an. Zudem schreibt GAM den Wert von Übernahmen ab.

Mit Haywood fing alles an

Auslöser der Krise bei GAM war die Suspendierung des Fondsmanagers Tim Haywood im Sommer. Das Unternehmen wirft ihm Verstöße gegen interne Richtlinien vor, die Annahmen von Geschenken und Einladungen regeln. Nach dem Vorfall löste die Gesellschaft die von Haywood verwalteten Fonds auf. Auch aus anderen GAM-Fonds zogen Anleger Geld ab, sodass die verwalteten Vermögen bis Ende November auf 123 Milliarden Euro schrumpften. Mitte des Jahres waren es noch 145 Milliarden Euro.

Mit den tieferen verwalteten Vermögen sanken auch die Einnahmen der Firma. Im kommenden Jahr erwarten die Schweizer noch mehr Verluste, da die Sparmaßnahmen nicht vor 2020 voll wirken. GAM will außerdem die Dividende für 2018 streichen und weitere Kostensenkungen prüfen. Die Anleger flohen nach den Ankündigungen. Aktien der GAM-Holding verloren abermals rund 20 Prozent.