Nach Panik-Abhebungen

EZB soll Bulgariens Banken beaufsichtigen

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Wie die bulgarische Zentralbank am Dienstag mitteilte, hat sie Kontakt zum EZB-Direktorium aufgenommen - mit dem Ziel des Beitritts zum Einheitlichen Aufsichtsmechanismus (SSM).

Der Antrag erfolgte nach einem Treffen zwischen Präsident Rosen Plevneliev, den Spitzen der größten Parteien des Landes und führenden Regierungsvertretern.

“Wir haben einen vollständigen Konsens dazu, dass wir umgehend mit dem Prozess zum Eintritt Bulgariens in den Einheitlichen Aufsichtsmechanismus der EU beginnen”, sagte Plevneliev. “Bulgarien kann zuversichtlich sein, dass Bulgarien seine Integration in Europas modernen Mechanismus fortsetzen wird.”

Bulgarien folgt dem Nachbarland Rumänien. Dieses hat bereits mit einem Gesundheits-Check der Bankenbranche begonnen, den die EZB als ersten Schritt in Richtung einer Aufsicht aus Frankfurt heraus verlangt.

Bulgarien will die Corporate Commercial Bank AD, die Nummer vier der heimischen Banken, in die Insolvenz schicken. Bei einer Überprüfung war zuvor festgestellt worden, dass Unterlagen für Milliarden von Euro an Krediten fehlen. Bevor die Zentralbank im vergangenen Monat die Bank unter ihre Kontrolle stellte, hoben viele Kunden ihr Geld ab.

Im November wird die EZB die Aufsicht über Banken in der Eurozone übernehmen. Für die 18 Mitgliedsstaaten erfolgt die Aufsicht automatisch. Staaten, die den Euro derzeit nicht als Zahlungsmittel nutzen, können mit dem SSM eine “enge Kooperation” eingehen.

Die EZB hat nach eigenen Angaben bislang noch keinen formellen Antrag aus Bulgarien erhalten.

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