Nach Razzia und Rechtsskandalen

S&P senkt Rating der Deutschen Bank auf "BBB+"

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Die amerikanische Ratingagentur Standard & Poors (S&P) hat die Ratings mehrerer europäischer Institute gesenkt. Die Aussicht auf staatliche Unterstützung erscheine unsicher, selbst für systemisch relevante Banken, teilte S&P als eine wesentliche Begründung für die Neubewertung mit. Die Deutsche Bank wurde um zwei Stufen von „A“ auf „BBB+" abgewertet. Das Kurzfristrating senkten die Bonitätswächter von „A-1“ auf "A-2" ab. Auch die Commerzbank bekommt nur noch ein Rating von "BBB+“. Das ist eine Stufe niedriger als zuvor. Während der Ausblick für das Rating der Deutschen Bank laut S&P stabil ist, droht die Ratingagentur der Commerzbank mit einer weiteren Herabstufung. Auch der HypoVereinsbank, deren Note um zwei Stufen auf "BBB" gesenkt wurde, droht eine weitere Herabstufung. Die europäischen Banken könnten nach den neuen EU-Regeln nicht mehr wie in der Finanzkrise darauf zählen, vom Staat gerettet zu werden, so S&P. Mit der Abwertung folgt die Ratingagentur dem Beispiel des Konkurrenten Fitch, der Mitte Mai aus dem gleichen Grund diversen Geldhäusern schlechtere Noten für ihre Kreditwürdigkeit gegeben hatte. Razzia bei der Deutschen Bank Zudem kommt die Deutsche Bank nicht zur Ruhe. Am Dienstag haben Polizeibeamte im Auftrag der Staatsanwaltschaft die Frankfurter Zentrale des Geldhauses durchsucht. Das Ziel der Aktion war es, Beweismittel im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen Kunden in Bezug auf bestimmte Wertpapiertransaktionen sicherzustellen. Im  Betrugsprozess gegen Ex-Führungskräfte der Deutschen Bank und Co-Chef Jürgen Fitschen geriet der ehemalige Vorstand Tessen von Heydebreck in die Defensive. Richter Peter Noll hielt ihm vor, er habe eine frühere Falschaussage eingeräumt.

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