Ergo-Chef Torsten Oletzky will einen weiteren Sex-Skandal verhindern.

Ergo-Chef Torsten Oletzky will einen weiteren Sex-Skandal verhindern.

Nach Sex-Skandal: Ergo schafft Posten des Vertriebs-Wachhunds

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Der Aufsichtsrat der Ergo Gruppe hat sich in einer außerordentlichen Sitzung mit der Sex-Reise der Hamburg-Mannheimer-Vertriebsmitarbeiter beschäftigt  Künftig will die Gruppe einiges anders machen.

So soll eine eigene Compliance-Einheit gegründet werden, die direkt im Ressort des Vorstandsvorsitzenden angesiedelt ist. Bisher überprüfen Mitarbeiter der Rechtsabteilung die Einhaltung von Regeln, Richtlinien und Kodizes. Künftig soll es einen eigenen Compliance-Officer nur für die Vertriebsbereiche geben. Eine „neutrale, externe Instanz“ werden Funktion und Arbeitsweise des Compliance-Teams regelmäßig überprüfen und zertifizieren, heißt es in der Stellungnahme. Ombudsmann, bei dem Mitarbeiter anonym Missstände anprangern können

Ein externer Ombudsmann ist künftig Anlaufstelle für Mitarbeiter, die Auffälligkeiten und Missstände im Unternehmen anonym melden wollen. Diese „Whistleblowing“-Hotline wird auch für die selbstständigen Ergo-Versicherungsvermittler zugänglich sein.

Zudem plant das Unternehmen den im Februar 2008 eingeführten Verhaltenskodex zu erweitern und noch deutlicher zu formulieren. Für den selbstständigen Außendienst soll es einen eigenen Kodex geben. Diese Regelwerke werden verbindliche Vertragsbestandteile für alle Arbeits- und Vermittlerverträge sein, so die Ergo. Klarerer Kahmen für Belohnungsreisen soll ausgearbeitet werden

Als letzten Punkt will die Versicherungsgruppe schließlich einen klareren Rahmen für Belohnungsreisen ausarbeiten und die Einhaltung der vorgegebenen Regeln laufend prüfen.

„Was 2007 in Budapest geschah, ist völlig inakzeptabel. Die heute beschlossenen Maßnahmen ergänzen die in den letzten Jahren bereits eingeführten Regelwerke. Sie sollen sicherstellen, dass sich so etwas nicht wiederholen wird“, so Ergo-Vorstandsvorsitzender Torsten Oletzky. Ergo-Aufsichtsratsvorsitzender und Munich-Re-Chef Nikolaus von Bomhard legt nach: „Die Stärkung der Compliance ist ein Signal für Kunden, Mitarbeiter und Führungskräfte, welch hohen Stellenwert wir verantwortungsvollem, an Recht und Anstand ausgerichtetem Handeln in unserem Konzern beimessen.“

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