Nach starkem Preisanstieg Wie Donald Trump wieder für billiges Öl sorgen könnte

Autofahrer an einer Tanke in der New Yorker Bronx: Eine Gallone Benzin kostet in New York im Durchschnitt 2,99 Dollar. Vor einem Jahr waren es noch 2,80 Dollar. | © Getty Images

Autofahrer an einer Tanke in der New Yorker Bronx: Eine Gallone Benzin kostet in New York im Durchschnitt 2,99 Dollar. Vor einem Jahr waren es noch 2,80 Dollar. Foto: Getty Images

Mit 80 Dollar je Barrel könne man gut leben, verlautete Saudi-Arabien jetzt kurz vor dem Treffen der Opec-Staaten. Kein Wunder, spült der gestiegene Ölpreis den ölexportierenden Staaten doch einige Milliarden zusätzlich in die Kassen. Milliarden, mit denen sie gar nicht gerechnet hatten, denn der Ölpreis schien lange in einem Abwärtstrend gefangen. Ein unverhofftes Geschenk also, das den Ölländern gemacht wurde. Und US-Präsident Trump hatte großen Anteil daran.

Schließlich war er es, der den Atomdeal mit dem Iran plötzlich nicht mehr ausreichend fand und neue Sanktionen ankündigte. Diese werden bald in Kraft treten. Damit ist wieder wie vor Jahren das iranische Öl vom Weltmarkt verbannt. Solange die Nachfrage gleich bleibt und auf ein entsprechend verknapptes Angebot trifft, sollten die Preise nach der Theorie also steigen.

Das sieht auch der US-Präsident so und ließ rechtzeitig vor den Zwischen-Wahlen im November einen Teil der nationalen Ölreserve auf den Markt werfen – um den Preis zu stabilisieren und die US-Amerikaner nicht vor den Wahlen mit höheren Benzinpreisen zu verärgern. Vielleicht hätte er sich das aber auch schenken können.

Denn wo er auf der einen Seite für steigende Preise sorgt, schafft er auf der anderen Seite gute Gründe für sinkende Ölnotierungen. Denn Öl ist immer noch abhängig von der Weltkonjunktur, ein guter Indikator für den Zustand der Weltwirtschaft. Und da hat Trump einen Handelsstreit angezettelt, der sich durchaus massiv negativ auf die Weltkonjunktur auswirken könnte. Alleine die Verteuerung des Handels durch Zölle kann die Dynamik des Wachstums bremsen, die erst später spürbaren Auswirkungen auf die Produktion werden deutliche Spuren hinterlassen.

Und anders als das Strohfeuer der Sanktionen, an die sich die Märkte gewöhnen und deren Ölausfall auch durch andere Öllieferanten ganz gerne mal ohne Absprache mit der Opec ersetzt wird, ist ein Einbruch der Konjunktur nachhaltig. Sich davon zu erholen kostet Zeit – und in dieser Phase wird der Ölpreis massiv unter Druck geraten.

So schafft Trump es in seiner erratischen Art, zunächst die Preise für Öl in die Höhe zu treiben um sie danach wieder fallen zu lassen. Da die preissenkenden Aktionen nachhaltiger wirken wird auch der Preisrückgang nachhaltiger sein. Autofahrer können sich also auf wieder fallende Benzinpreise einstellen – für Anleger dagegen bleibt das Öl ein Unsicherheitsfaktor.