Nach Stau kommt Schub

Aktien der großen Technologiewerte sind in den vergangenen Jahren deutlich schlechter als der breite Markt gelaufen. Diese Entwicklung dürfte 2008 ein Ende haben. „Wir rechnen für die kommenden Jahre mit einer Outperformance der Branche“, erklärt Carsten Mumm, Leiter des Portfoliomanagements bei der Hamburger Donner Bank. Viele Gründe sprechen dafür. So dürften Technologieunternehmen unter anderem von tendenziell steigenden Preisen für Rohstoffe und Energie profitieren. Mumm: „Dadurch fokussieren sich Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe stärker auf die Steigerung ihrer Produktivität durch technischen Fortschritt und investieren in dieses Segment.“

Steigt der Strompreis, werden Computer und Maschinen gekauft, die weniger Energie verbrauchen. Bei anderen Unternehmen wiederum haben die hohen Ausgaben für Energie und Rohstoffe zu einem Investitionsstau zulasten neuer Technologien geführt. Dieser Stau sollte sich 2008 in einen Schub umkehren. Jedoch ist das Fondsuniversum alles andere als überschaubar. Deutschen Investoren stehen über 100 Technologiefonds offen. Diese sind ebenso variantenreich wie die Branche selber.

In zwei große Gruppen lassen sie sich dennoch aufteilen. Regionale Technologiefonds haben einen klaren Länderfokus und nutzen das konzentrierte Wachstumspotenzial der Innovationszentren in den USA, Europa und Asien. Internationale Tech-Fonds sind Branchenfonds im klassischen Sinne. Sie investieren durchweg in die gro­ßen internationalen Unternehmen. Dabei reicht das Spektrum von Industrieanlagen über Mobiltelefone bis hin zur Nanotechnologie. Unter den regionalen Fonds finden Experten ihre Favoriten in Europa. Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer der Vermögensverwaltungsgesellschaft SJB Fondssykline, hat zwei klare Lieblinge: den UBS European Smaller Technology und den Nestor Euro Tec.

Kleine Fonds, große Unternehmen

Dass der Nestor-Fonds lediglich ein Volumen von knapp 5 Millionen Euro hat und auch der UBS-Fonds mit 95 Millionen kein Schwergewicht ist, stört Bennewirtz nicht; im Gegenteil: „Das geringe Volumen ist nach der Konsolidierung der Branche ein Vorteil, weil das Management nicht befürchten muss, an Investitionslimits zu stoßen.“ Positiv findet der Berater auch den hohen Deutschlandanteil von 80 (UBS) und fast 85 Prozent (Nestor). „Das Management beweist seinen bewährten Instinkt für die unterbewerteten deutschen Technologietitel.“ Weniger zu empfehlen seien die beiden Fonds jedoch Anlegern, die bereits einen hohen Deutschland-Anteil im Portfolio haben.

In diesem Fall sind internationale Produkte wie der Carmignac Innovations die bessere Wahl. Dessen Manager Rajesh Varma steigerte den Anteilspreis in den vergangenen drei Jahren um durchschnittlich 11,5 Prozent. Die Schwankungsbreite des Fonds lag in den vergangenen Jahren nur bei knapp über 10 Prozent – ein Verdienst von Varmas konsequent antizyklischem Investmentansatz.

„Diesen Fonds zeichnet ein ausgezeichnetes Risikomangement aus“, sagt Bennewirtz. „Nicht nur die breite Streuung steht im Vordergrund, sondern auch die Suche nach klar unterbewerteten Titeln.“ Ähnliches gilt für die im Drei-Jahres-Vergleich auf den Plätzen 2 und 3 folgenden Fonds Janus Global Technology und M&G Global Technology. Die drei globalen Tech-Fonds sollten vom bevorstehenden Investitionsschub profitieren.

Gleichzeitig sind US-Technologieunternehmen so günstig wie schon seit zehn Jahren nicht mehr. Im Angebot sind Substanzwerte zu Discountpreisen. Deshalb rät Bennewirtz, den Blick durchaus über 2008 hinaus zu richten: „Auch wer langfristig für die Altersvorsorge investiert, sollte diese Technologiefonds mit bis zu 10 Prozent des Depots gewichten.“

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