Wechsel im Fondsmanagement: Wie gelingt Nachfolgeplanung?
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Abgang oder geordneter Übergang – wie gut sind Fondshäuser auf einen Managerwechsel vorbereitet? Drei Experten von Acatis, Aramea und Morningstar sagen, worauf es ankommt.
Roundtable-Runde, v.l.: Christoph Fröhlich (Chefredakteur DAS INVESTMENT), Markus Barth (Aramea), Thomas Bosch (Acatis), Shannon Kirwin (Morningstar) und Iris Bülow (DAS INVESTMENT)| Bildquelle: Karl-Jens Hannewald / Brava Studio
Star-Fondsmanager, die plötzlich zur Konkurrenz wechseln, Krankheit oder der wohlverdiente Ruhestand – die Gründe für einen Wechsel im Fondsmanagement sind vielfältig. Doch wie gut sind Investmenthäuser darauf vorbereitet? Welche Rolle spielt Kommunikation? Und was lernt man aus über 50 Managerwechseln?
Darüber diskutieren Thomas Bosch, Geschäftsführer der Frankfurter Fondsboutique Acatis, Markus Barth, Vorstand beim Hamburger Asset Manager Aramea, sowie Shannon Kirwin, die als leitende Analystin bei der Ratingagentur Morningstar zahlreiche Managerwechsel begleitet und bewertet hat. Ein Gespräch über Nachfolgeplanung, Transparenz und die oft unterschätzte menschliche Komponente beim Generationenwechsel im Fondsmanagement.
DAS INVESTMENT: Reden wir über Star-Fondsmanager: Ist es eher Risiko oder Asset, wenn man einen davon in den eigenen Reihen hat?
Markus Barth: Beides natürlich. Wenn sich ein Manager durch seinen Stil und seine Performance über lange Jahre bewiesen hat und mediale Aufmerksamkeit erreicht, ist das grundsätzlich positiv. Er zieht weitere Assets an. Allerdings besteht immer das Risiko, dass der Manager wechselt oder sich selbstständig macht. Interessant ist übrigens, dass viele große Häuser in den 90er Jahren von diesem Star-Ansatz weggegangen sind.
Thomas Bosch: Ich sehe das ähnlich. Man forciert das oft gar nicht, jemanden ins Schaufenster zu stellen. Aber wenn die Person gut ankommt – warum nicht? Wir bei Acatis haben eine extrem geringe Fluktuation. Das Risiko ist dadurch sicherlich geringer als bei großen Häusern.
Shannon Kirwin: Das ist sehr unterschiedlich und hängt davon ab, wie gut die Gesellschaft vorbereitet ist. Es gibt sehr gute Beispiele: Bei Klaus Kaldemorgen von der DWS etwa ist der Nachfolger längst benannt und als Co-Leiter eingearbeitet. Wenn der Tag des Abschieds kommt, wird niemand überrascht sein. Bei einem Managerwechsel müssen wir entscheiden: Setzen wir das Rating "under review", und wollen alles neu bewerten, oder schreiben wir nur eine Notiz? Der Idealfall ist natürlich, wenn eine Veränderung stattfindet, aber wir nicht alles in Frage stellen müssen.
Welche Arten von Managerwechseln sind besonders herausfordernd?
Kirwin: Die Bandbreite ist groß. Der Idealfall ist der geplante Ruhestand mit langer Übergangsphase. Deutlich herausfordernder sind plötzliche Wechsel zu anderen Gesellschaften oder sogar komplette Team-Liftouts, wo ganze Investmentteams abwandern. Das ist dann fast ein Worst-Case-Szenario, weil ein komplett neues Team aufgebaut werden muss.
Barth: Deshalb setzen wir auf Eigenverantwortlichkeit im Team. Jeder trägt Verantwortung für bestimmte Bereiche, und kann sukzessive in größere Rollen hineinwachsen. Das ist ein sehr kommunikationsaufwendiger Prozess, den man als Geschäftsführung eng begleiten muss.
Bosch: Man muss auch beachten: Nicht jeder Fondsmanager kann jeden Fonds übernehmen. Ein defensiver Fonds ist eher geeignet für einen vorsichtigeren Fondsmanagertypus, ein offensiver Fonds passt eher zu jemandem, der bereit ist, mehr Risiken einzugehen. Das berücksichtigen wir bei der Frage, wer welchen Fonds übernehmen könnte.
Bosch: Wir mussten es natürlich sehr schnell angehen, aber es kam auch nicht über Nacht, wir hatten uns darauf vorbereitet. Johannes Hesche war ein Glücksfall, er passt hervorragend zu der Strategie des Fonds.
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