Bulle vor der Börse in Frankfurt: Derzeit sind Investoren eher pessimistisch eingestellt. Foto: imago images / Marcel Lorenz

Nachgefragt

So gut schätzen Investoren Aktienkurse ein

Anleger sind Optimisten: Seit dem Jahr 1986 gab es in gut zwei Drittel aller Wochen mehr Investoren, die von steigenden Kursen ausgingen, als Pessimisten. Ein Blick auf unterschiedliche Zeiträume zeigt, dass Investoren besonders optimistisch waren, wenn es in jüngster Vergangenheit an der Börse gut lief. Wenn sie besonders negativ gestimmt waren, war historische Kursentwicklung eher unterdurchschnittlich.

Mit Blick auf verschiedene Zeiträume zeigt sich allerdings, dass beide mit ihren Einschätzungen schief lagen – Optimisten und Pessimisten. Waren Anleger negativ gestimmt, kam es danach im Mittel zu einem Mehrertrag des S&P im Vergleich zum historischen Vergleichswert.

Waren sie optimistisch, blieb der US-Index im Mittel hinter diesem Wert zurück. Die aktuelle Situation ist außergewöhnlich: Trotz kräftig steigender Kurse überwiegen seit 23 Wochen die negativen Stimmen. Das ist ein Rekordwert.

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Sven Lehmann ist Mathematiker. Im Rahmen seiner Analyse verwendet er Daten der American Association of Individual Investors. Diese Gesellschaft fragt wöchentlich ab, ob Anleger derzeit einen Bullen- oder Bärenmarkt oder eine neutrale Kursentwicklung erwarten. Aus den Ergebnissen ermittelte Lehmann den sogenannten Bull-Bear-Spread, indem er die Prozentzahl der negativ gestimmten Investoren von denen Optimisten abzieht. Seine Untersuchung bezieht sich auf den Zeitraum von 1986 bis heute.

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