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Wasserkraftwerk: Obwohl diese Art der Energiegewinnung zu den erneuerbaren Energiequellen gehört, gefährden neue Projekte häufig das örtliche Ökosystem. | © Getty Images

Nachhaltig anlegen Orientierung in der nachhaltigen Geldanlage

Bertrand Lecourt, Manager des Fidelity Sustainable Water and Waste Fund

Bei jeder Kaufentscheidung schwingen unzählige Fragen zu Umwelt und sozialen Themen mit: Wie viel sollten Arbeiter und Manager verdienen? Sind genveränderte Pflanzen eine gute Idee? Wie denkt ein Unternehmen über seine CO₂-Bilanz nach? Und wie prüft man überhaupt, wie Produktanbieter mit diesen Fragen umgehen?

Um Nachhaltigkeitsaspekte für Waren und Dienstleistungen herauszustellen, wurde eine Vielzahl von Kennzeichnungen entwickelt, die Verbrauchern dabei helfen, Produkte zu finden, die ihren Werten und Prioritäten entsprechen.

Damit Anleger ihr Vermögen mit gutem Gewissen investieren können, gibt es entsprechende Nachhaltigkeitssiegel und -ratings auch für Geldanlageprodukte.

„Siegel und Ratings nehmen Anlegern nicht die Entscheidung ab, aber sie unterstützen sie bei der Suche nach dem richtigen Produkt für ihre Anlage“, sagt Fidelity-Portfoliomanager Hiten Savani. „Ein Siegel zeigt, dass ein Fonds – ganz unabhängig von seinem Fokus und seiner Philosophie – dem Nachhaltigkeitsgedanken verpflichtet ist und diesen Ansatz diszipliniert verfolgt, und dass Kontrollmechanismen existieren, die dafür sorgen, dass sich daran in Zukunft auch nichts ändert.“

Wie Produktkennzeichnungen auch, sind Gütesiegel allerdings durchaus vielfältig und decken jeweils verschiedene Nachhaltigkeitsaspekte ab. Der folgende Leitfaden kann Anlegern helfen, die breite Palette an Kennzeichnungen besser zu durchschauen.

Nachhaltigkeitssiegel und Ratings

Es gibt zwei Arten der Kennzeichnung für Geldanlageprodukte: Siegel und Ratings. Beide können Hinweise darauf geben, wie nachhaltig ein Produkt ist, unterscheiden sich jedoch im Aussteller und im Schwerpunkt. Ein Siegel wird meist auf Initiative eines Fondsmanagers vergeben. Er bewirbt sich mit seinem Fonds auf ein Siegel und erhält dieses nur, wenn der Fonds der Prüfung der jeweiligen Organisation standhält. Ein Siegel kommt daher einer Auszeichnung gleich. Ratings hingegen können positiv wie negativ ausfallen und werden auf Initiative einer Rating-Organisation verliehen. Beispiele für Ratings sind die ESG-Ratings (ESG steht für Environment, Social und Governance, zu Deutsch Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) für investierbare Unternehmen von MSCI und die Nachhaltigkeits-Ratings für Investmentfonds von Morningstar. Zu den wichtigsten Siegeln für europäische Fonds zählen das französische Label ISR, das luxemburgische LuxFLAG, das skandinavische Nordic Swan Ecolabel und das deutsche FNG-Siegel.

Möglicher Fokus: Portfolio oder Investmentprozess

Während Ratings vorrangig die Nachhaltigkeit der Unternehmen im Portfolio beleuchten, stützen sich Siegel stärker auf den Prozess, mit dem ein Fondsmanager Unternehmen auswählt.

„Es erfordert viele Monate der Planung, um einen neuen nachhaltigen Fonds an den Markt zu bringen: Wir haben genau nachgehört, was die Ziele unserer Kunden sind, Chancen identifiziert, die zu diesen Zielen passen, und ein Produkt entwickelt, das nicht nur attraktive Renditen generiert, sondern auch in Unternehmen investiert, die nachhaltigen Kriterien entsprechen“, sagt Bertrand Lecourt, Manager des Fidelity Sustainable Water & Waste Fund. Sein Fonds hat gerade das ESG-Siegel LuxFLAG erhalten.  „Ein solches Siegel ist Anerkennung für diese Arbeit.“

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