Themen-Experte
Globale Anleihen- und Aktienmärkte

ANZEIGE

Themen-Experte
Globale Anleihen- und Aktienmärkte

ANZEIGE
Franklin TempletonLesedauer: 5 Minuten
ANZEIGE

Stewardship und Impact bei Schwellenländer-Aktien Nachhaltige Erträge durch konstruktive Kompromisse

Schülergruppe übt sich in klassischem Tanz vor der Skyline von Mumbai
Schülergruppe übt sich in klassischem Tanz vor der Skyline von Mumbai: Schwellenländer-Anleger profitieren von langfristigen strukturellen Chancen, darunter Demografie, Technologie und Konsum. | Foto: imago images / Hindustan Times

Schwellenländer stellen nachhaltig orientierte Investoren vor eine Reihe von Herausforderungen. So sind etwa die unterschiedlichen Entwicklungsstadien in Bezug auf Umwelt, Soziales und Governance (ESG) zu beachten. Anleger stehen daher vor einem Dilemma: Die Welt ist komplex, und für aktive Investoren lässt sich das „Richtige“ nicht immer in Schwarz und Weiß unterteilen. Stattdessen sind wir der Meinung: Anleger kommen beim nachhaltigen Investieren in den Schwellenländern nicht umhin, Grautöne zu akzeptieren.

Drei Haupttreiber für Schwellenländer-Investments

Anleger profitieren in den aufstrebenden Volkswirtschaften von langfristigen strukturellen Veränderungen, darunter die demografische Entwicklung sowie der steigende Stellenwert von Technologie und Konsum. Wichtig für einen effektiven, langfristigen Investitionsansatz ist die Ausrichtung auf Unternehmen mit nachhaltiger Ertragskraft, die von den Märkten noch unzulänglich bewertet werden. Ebenfalls eine wichtige Grundlage ist verantwortungsbewusstes Stewardship: Wir als Fondsmanager erhöhen nicht zuletzt durch den direkten, konstruktiven Dialog mit den Unternehmen die Ertragschancen für unsere Anleger.

Stewardship als konstruktives Engagement im Dienst der Anleger

Was bedeutet Stewardship für uns? Eine unserer Grundüberzeugungen ist, dass wir verantwortungsvoll mit dem Kapital unserer Kunden umgehen. Unsere Definition von Stewardship ist ganz einfach: Anleger vertrauen uns ihr Vermögen an und es liegt in unserer Verantwortung und ist unser Ziel, dieses Vermögen zu erhalten und zu vermehren.

Im Wesentlichen wollen wir sicherstellen, dass das Wachstum unserer Portfoliobestände auf nachhaltige Weise erfolgt und die Interessen anderer Stakeholder nicht beeinträchtigt. Wir tun dies, indem wir unsere intensiven Beziehungen und unsere globale Expertise nutzen, um durch konstruktives Engagement Werte zu schaffen.

Die Investmentwelt hat viele Facetten

In der Unternehmenswelt gibt es viele Grautöne, von sehr dunkel bis ganz hell. Einige Beispiele:

Videospiele: Kritiker sind der Meinung, dass sie die Gewalttätigkeit von Kindern fördern und zu Bewegungsarmut führen. Oder sind sie vielmehr ein Mittel für soziale Interaktion, das der psychischen Gesundheit einer ganzen Generation von Teenagern während des Lockdowns förderlich war?

Soziale Medien: Ein toxisches Terrain und Nährboden wütender, populistischer Ansichten, wo der Schutz persönlicher Daten mit Füßen getreten wird? Oder Plattformen, die Menschen auf eine ganz neue Art und Weise verbinden? Und es Millionen von kleinen Unternehmen ermöglichen, zu florieren und mit Endkunden in Kontakt zu treten?

Grüne Energie: Die Lösung für unsere Sorgen im Hinblick auf den Klimawandel? Aber sind wir bereit, Flächenumnutzung für Solar- und Windparks zuzulassen? Müssen wir Solarpaneele und Batterien recyceln oder können wir sie einfach wegwerfen? Und interessiert es uns, woher seltene Erden kommen und mit welchen Methoden sie abgebaut werden?

Und schließlich ist auch der E-Commerce-Sektor nicht unumstritten – er verbilligt den Verkauf von Waren, was für die Kunden nicht das Schlechteste ist. Allerdings torpediert E-Commerce zugleich die Geschäftsmodelle vieler kleiner und mittlerer Unternehmen.

Schwellenländer-Unternehmen brauchen internationales Kapital

Mit Blick auf die Schwellenländer zählen für uns sowohl die Entwicklung hin zu mehr Nachhaltigkeit als auch die generellen Wachstumschancen. Wir gehen davon aus, dass das anhaltende, robuste Wachstum der Schwellenländer in den kommenden Jahrzehnten die Urbanisierung und die demografische Entwicklung vorantreiben wird, was Wachstumstreiber wie Konsum, Konnektivität und Innovation unterstützt.

Dieses Wachstum bringt jedoch große Herausforderungen mit sich, wie die Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) der Vereinten Nationen verdeutlichen. Um diese zu erreichen, muss in den Schwellenländern eine erhebliche Finanzierungslücke geschlossen werden, die nicht allein durch staatliche Ausgaben gedeckt werden kann. Daher kommt privatem Kapital eine wichtige Rolle zu bei der Bewältigung von Herausforderungen wie Armut, steigende Ungleichheit, Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden, Ressourcenverknappung und Klimawandel.

Um Kapital anzuziehen, achten insbesondere privatwirtschaftliche Unternehmen verstärkt auf den verantwortungsbewussten Umgang mit Ressourcen, wozu zu allererst auch die Mitarbeiter gehören. Politische Entscheidungsträger machen sich ebenfalls für Governance und Stewardship stark, beeinflusst von verschiedenen Stakeholder-Gruppen und sowohl einheimischen als auch internationalen Investoren.

Zugleich verlangt der Markt von den Unternehmen mehr Offenlegungen; viele sind zunächst freiwillig, werden mit der Zeit aber gewiss verpflichtend. Und schließlich sind die Unternehmen selbst zunehmend offener für ein Engagement im Bereich Nachhaltigkeit – seit einigen Jahren ist eine stete, enorme Verbesserung der ESG-Offenlegung zu beobachten, wenn auch oft von einer niedrigen Basis aus.

Bei der Geldanlage sind Kompromisse nötig

Zunehmend werden Ausschlusskriterien und die genaue Steuerung beziehungsweise Umleitung von Investmentkapital als Lösung herangezogen, um den angestrebten gesellschaftlichen und ökologischen Zielen näherzukommen. Doch bei der Geldanlage in den Schwellenländern kommen viele Anleger nicht umhin, Kompromisse zu machen. Tausende von Kommunen, in denen ein Minenunternehmen die Lebensgrundlage vieler Menschen sichert, würden in Mitleidenschaft gezogen, wenn das Förderunternehmen wegen nicht nachhaltiger Praktiken zur Schließung gezwungen wäre. Was geschieht, wenn ein von Kohle als Energieträger abhängiges Land wie Indien aufgefordert wird, seinen Verbrauch zu reduzieren? Unserer Überzeugung nach ist Energiesicherheit und ihre wichtige Rolle für die wirtschaftliche Entwicklung aus einer breiteren gesellschaftlichen Perspektive viel wichtiger als langfristige Klimatrends.

Wir sehen uns als pragmatische Investoren, die wissen, dass die Welt unvollkommen ist. Das perfekte Unternehmen gibt es nur selten. Kompromisse und ein flexibler Ansatz sind erforderlich, um in Schwellenländern erfolgreich zu investieren.

Wichtige rechtliche Hinweise:

Diese Unterlage soll ausschließlich allgemeinem Interesse dienen und ist nicht als persönliche Anlageberatung oder Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf, Verkauf oder Halten eines Wertpapiers oder zur Übernahme einer Anlagestrategie zu verstehen. Sie stellt auch keine Rechts- oder Steuerberatung dar.

Die in diesem Dokument enthaltenen Meinungen, Aussagen und Analysen geben die aktuelle Einschätzung zum Erscheinungsdatum (oder in einigen Fällen zu einem bestimmten Datum) wieder und können sich jederzeit ohne Vorankündigung ändern. Die vorliegenden Informationen stellen keine vollständige Analyse aller wesentlichen Fakten in Bezug auf ein Land, eine Region oder einen Markt dar.

Hinweis: Diese News ist eine Mitteilung des Unternehmens und wurde redaktionell nur leicht bearbeitet.

Mehr zum Thema