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Aktualisiert am in AnalysenLesedauer: 7 Minuten

Auf grün getrimmt So bauen Asset Manager nachhaltige ETFs

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Zu Beginn des Nachhaltigkeitstrends in der Investmentbranche fragten jedoch besonders institutionelle Investoren die Anlageprodukte nach – und blieben der Fahne treu. „Bis heute sind sie ein wichtiger Treiber. Eine aktuelle Umfrage des Research-Unternehmens Create Research und der DWS unter 50 der größten Pensionsfonds weltweit zeigt, dass in Bezug auf Nachhaltigkeit hohe Ansprüche an Investments gestellt werden“, erklärt Simon Klein, Leiter des Vertriebs passiver Investments beim Asset Manager DWS.

Wer in einen nachhaltigen ETF investieren will, sollte sich intensiv mit dem Anlagekonzept befassen und überlegen, ob es zu den persönlichen Zielen passt. Denn: Anbieter haben komplexe Ideen, wie Nachhaltigkeit in Indizes abgebildet werden kann. „Investoren sollten sich klar machen, aus welchem Ausgangsuniversum Indexanbieter wählen und wie sie das Portfolio konstruieren. Davon hängt ab, wie stark sich ein nachhaltiger ETF von einem konventionellen Index unterscheidet“, erklärt Morningstar-Analystin Natalia Wolfstetter. Anleger sollten auf jeden Fall die Top-10-Holdings von Nachhaltigkeitsindizes mit konventionellen Benchmarks vergleichen. „So können sie sich einen ersten Eindruck verschaffen, um welche Art Nachhaltigkeitsstrategie es sich handelt“, betont Wolfstetter.

Quelle Fondsdaten: FWW 2024

Vergleicht man beispielsweise den MSCI World SRI Select Reduced Fossil Fuel Index, den unter anderem der iShares MSCI World SRI (ISIN: IE00BYX2JD69) abbildet, mit seinem Mutterindex MSCI World, zeigt sich ein Performance-Unterschied. Mit dem nachhaltigen Index erzielten Anleger in den vergangenen drei Jahren ein Plus von 6,3 Prozent per annum. Mit dem Mutterindex erwirtschafteten sie im gleichen Zeitraum nur 5 Prozent. Grund für die Differenz könnte die unterschiedliche Zusammensetzung der Indizes sein: Im MSCI World gehören Microsoft, Tesla, Apple, Amazon, Alphabet, die Unitedhealth Group, Johnson & Johnson, Exxon Mobile und Berkshire Hathaway zu den Top-Positionen. In der nachhaltigen Indexvariante MSCI World SRI Select Reduced Fossil Fuel stehen Tesla und Microsoft ebenfalls auf den Top-Investmentplätzen, die restlichen genannten Unternehmen finden sich jedoch nicht auf den vorderen Plätzen. Dagegen nehmen Nvidia, Home Depot, Roche, Coca Cola, Pepsico, ASML, Disney und Novo Nordisk einen relativ großen Teil des Portfolios ein. Insgesamt zählt der MSCI World 1.513 Positionen, der MSCI World SRI Select Reduced Fossil Fuel dagegen nur 370 Unternehmen (Stand: 30. September 2022).

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Wie kommt diese Differenz zustande? Um nicht nachhaltige Unternehmen aus dem Mutterindex für den SRI-Index zu filtern, greift MSCI auf ein Ausschlussprinzip zurück. Damit entfernt der Finanzdienstleister unter anderem Unternehmen aus dem Mutterindex, die mit Waffen, Tabak, Alkohol, Erwachsenenunterhaltung und Glücksspiel zu tun haben. Zudem bewertet er mit einem ESG-Rating mit den Noten AAA, AA, A, BBB, BB, B und CCC, wie Unternehmen mit Nachhaltigkeitsrisiken umgehen. Um in den MSCI World SRI Select Reduced Fossil Fuel Index aufgenommen zu werden, brauchen Unternehmen in dem Rating mindestens eine A-Bewertung. Außerdem brauchen sie einen sogenannten ESG-Kontroversen-Score von 4 oder höher auf einer Skala von 0 bis 10. Mit diesem Filter prüft MSCI, ob Unternehmen Abkommen mit Nachhaltigkeitsbezug einhalten. Für die Indexkonstruktion teilt der Finanzdienstleister die verbliebenen Unternehmen in Regionen und Sektoren ein, sortiert anhand der ESG-Ratings und wählt so viele Firmen aus, bis 25 Prozent der Marktkapitalisierung des Streubesitzes des Mutterindex erreicht sind.

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