Die größte Grünfassade Europas auf einem Einkaufszentrum in Düsseldorf Foto: imago images / Jochen Tack

Scope-Auswertung

Nachhaltige Fonds in Deutschland weiter im Aufwind

Anleger können in Deutschland aus immer mehr nachhaltigen Fonds wählen. So haben Anbieter in den ersten drei Quartalen des Jahres 168 neue Produkte aufgelegt, die den Fokus auf Umwelt- und Sozialkriterien sowie eine gute Unternehmensführung legen (kurz: ESG). Erhoben hat die Daten das Ratinghaus Scope. Stärkstes Jahr war mit 172 neuen Fonds mit Nachhaltigkeitsfokus demnach bislang 2019. Insgesamt liegt die Zahl der in Deutschland zugelassenen ESG-Fonds nun bei 1.253.

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Wachstumstreiber in diesem Jahr: Nachhaltige ETFs. So haben Fondsanbieter bis Ende September 70 neue börsengehandelte Indexfonds mit ESG-Bezug auf den Markt gebracht – laut Scope mehr als im gesamten Vorjahr. Die Entwicklung sei damit ähnlich wie im gesamten Fondsmarkt, wo der Anteil passiver Produkte steigt, beurteilt Scope.

Bei den ETFs wachse vor allem das Angebot an Neuprodukten mit Schwerpunkt Klimaschutz. „Von den insgesamt 22 in Deutschland verfügbaren Klimaschutz-ETFs sind 17 erst im laufenden Jahr gegründet worden“, sagt André Härtel, bei Scope für die Fondsanalyse zuständig. Maßstab der zugehörigen Indizes sei meistens das Zwei-Grad-Ziel des Pariser Klimaschutzabkommens.

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Trotz des ETF-Trends machen aktiv gemanagte Produkte mit 83 Prozent noch den Großteil der ESG-Fonds aus. Die passiven Nachhaltigkeitsfonds kommen entsprechend auf 17 Prozent. Ihr Anteil dürfte aber steigen, erwarten die Analysten von Scope.

Bei den Asset-Klassen nachhaltiger Fonds liegen Aktien mit 55 Prozent vorn. Insgesamt sind 683 ESG-Fonds dieser Art in Deutschland zugelassen. Ihr Anteil ist in den vergangenen Jahren gesunken. Misch- und Rentenfonds hätten aufgeholt, schreibt Scope. Ihr Anteil liegt bei 16 beziehungsweise 26 Prozent.

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