Teilnehmer einer Demonstration der Fridays-for-Future-Bewegung in Görlitz Foto: imago images / Future Image

Anlegerbarometer von Union Investment

Nachhaltige Geldanlage – Verbraucher fühlen sich schlecht informiert

Das Thema nachhaltige Geldanlage ist mittlerweile auch in der Breite bei deutschen Verbrauchern angekommen. Zu dem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie von Union Investment. In ihrem Rahmen befragte die Marktforschungsfirma Forsa 500 Finanzentscheider privater Haushalte zwischen 20 und 59 Jahren. Jeder Befragungsteilnehmer sollte mindestens eine Geldanlage besitzen. Union Investment ermittelt auf diese Weise einmal im Quartal das Anlegerverhalten der Deutschen.

Laut der jüngsten Umfrage, die im Februar 2021 stattfand, finden in der Altersgruppe 30 bis 39 und 50 bis 59 Jahre knapp zwei von drei Befragten (62 Prozent) das Thema grundsätzlich attraktiv. Von den 20 bis 29-Jährigen sagten das 52 Prozent. Auch der Anteil jener Anleger, die bereits nachhaltige Anlagen im Portfolio haben, ist angestiegen: Mit 23 Prozent hatte schon beinahe jeder vierte Befragte nachhaltige Investments getätigt. Im ersten Quartal 2020 waren es dagegen erst 14 Prozent.

Die Umfrage macht gleichzeitig auf eine deutliche Lücke aufmerksam: Viele Verbraucher fühlen sich bei dem Thema offenbar zu wenig an die Hand genommen. So gaben 60 Prozent der Befragten an, gern nachhaltig investieren zu wollen – wenn sie denn wüssten, wie. Ein Drittel hält das Angebot an nachhaltigen Geldanlagen insgesamt für zu kompliziert.  

„Die nachhaltige Geldanlage ist ein Wachstumsthema, dennoch stehen wir erst am Anfang eines langfristigen Trends“, kommentiert Anja Bauermeister, Abteilungsleiterin Publikumsfonds bei Union Investment, die Umfrageergebnisse. In Sachen Informationen sei vor allem der Vertrieb gefragt: „Um sich einen Überblick über Angebote zu verschaffen, hilft eine qualifizierte Beratung.“ Im Beratungsgespräch lasse sich ein jeweils individuell passendes Maß an Nachhaltigkeit, Ertrag und Risiko für Anleger herausarbeiten, rät Bauermeister.

Weiteren Schub könnte die nachhaltige Geldanlage in Zukunft noch durch die europäische Regulierung erhalten, glaubt man bei Union Investment. „Bankberater werden voraussichtlich ab dem kommenden Jahr dazu verpflichtet sein, Kunden zu ihrer Nachhaltigkeitspräferenz zu befragen. Dies wird der nachhaltigen Geldanlage weiteren Rückenwind geben“, so Bauermeister.

Welchen Stellenwert das Thema Nachhaltigkeit generell bei deutschen Verbrauchern besitzt, machen die Antworten auf eine eher hypothetische Frage der Erhebung deutlich: Eine Mehrzahl der Befragten (82 Prozent) würde selbst auf 1.000 Euro bedingungsloses Grundeinkommen monatlich verzichten, wenn der Staat das Geld stattdessen in Bildung, Klimaschutz oder Ähnliches investierte.

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